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Mehr Arbeitslose im Dezember – Talsohle erreicht?

Mehr als 2,9 Millionen Menschen ohne Job – so viele waren es schon seit langem nicht mehr in einem Dezember. Gibt es Hoffnung auf einen Aufschwung am Arbeitsmarkt?

Im Dezember steigt die Arbeitslosigkeit: Betriebe stellen vor dem Jahresende weniger ein und in der kalten Jahreszeit gibt es weniger Außenjobs. (Archivbild)
Foto: Helge Toben/dpa

Im Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Vergleich zum Vormonat um 23.000 auf 2,908 Millionen. Laut der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg sind das 101.000 mehr als im Dezember 2024. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Vergleich zum November um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent. Zuletzt war die Arbeitslosigkeit im Dezember 2010 höher, als 3,012 Millionen Menschen ohne Arbeit waren.

«Dem Arbeitsmarkt fehlt weiterhin wirtschaftlicher Rückenwind», erklärte die Chefin der Bundesagentur, Andrea Nahles. «Auch zum Jahresende hält daher die schwache Entwicklung an.» Für die Dezember-Statistik griff die Bundesagentur auf Daten zurück, die bis zum 11. Dezember vorlagen. 

Talsohle erreicht?

Es ist normal, dass die Arbeitslosigkeit im Dezember steigt. Unternehmen stellen vor dem Jahresende in der Regel weniger neue Mitarbeiter ein. Außerdem gibt es in der kalten Jahreszeit weniger Außenjobs, zum Beispiel im Baugewerbe oder der Landwirtschaft.

Doch im Zuge der wirtschaftlichen Schwäche habe sich der Arbeitsmarkt im Laufe des Jahres schrittweise in eine ungünstige Richtung entwickelt, sagte Nahles weiter. «Unter dem Strich steht er schwächer da als vor einem Jahr. Es deutet aber einiges darauf hin, dass wir die Talsohle erreicht haben.»

Weniger offene Stellen

Im Dezember sank die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter. Bei der Bundesagentur waren 619.000 offene Stellen gemeldet, was einem Rückgang von 35.000 im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Für 41.000 Beschäftigte wurde vom 1. bis 29. Dezember konjunkturelle Kurzarbeit angemeldet. Es ist jedoch unklar, wie viele davon tatsächlich in Anspruch genommen wurde. Bis Oktober 2025 liegen die aktuellsten hochgerechneten Daten vor: Kurzarbeitergeld wurde für 203.000 Beschäftigte gezahlt. Dies sind 15.000 mehr als im Vormonat, aber 56.000 weniger als im Oktober 2024.

dpa