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Meistens zu trocken: 2025 war extrem blitzarm

Nicht einmal 100.000 Einschläge hat das System des Informationsdienstes Aldis/Blids deutschlandweit gezählt. Oft fehlten wichtige Zutaten für Gewitter.

2025 blitze es in Deutschland ungewöhnlich selten. (Archivbild)
Foto: Patrick Pleul/dpa

Im Jahr 2025 gab es in Deutschland ungewöhnlich wenig Blitzaktivität. Der Informationsdienst Aldis/Blids zählte im Laufe des Jahres 99.930 Erdblitze. Das waren weniger als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr, als das Sensornetzwerk der in Österreich ansässigen Experten 209.619 Einschläge verzeichnete.

Auch in den bis 2005 zurückreichenden Daten von Aldis/Blids gibt es kein Jahr, in dem es auch nur annähernd so wenige Blitze gab, wie im vergangenen. Am nächsten kommt noch 2022 mit 148.664. In den Jahren 2021 und früher sind möglicherweise Überschätzungen der Blitzzahlen möglich und daher sind Vergleiche schwierig, allerdings weisen sie ebenfalls sehr viel höhere Werte zwischen 208.845 und mehr als einer halben Million Blitzen auf.

Warum war es jedoch im Jahr 2025 so blitzarm? Das Wetter ist komplex, daher ist die Antwort vielschichtig, aber ein wichtiger Faktor ist relativ klar: In den meisten der gewitterträchtigen Monate war es diesmal einfach zu trocken. Normalerweise gibt es hohe Blitzraten von Mai bis September, die meisten im Juni, Juli und August. Laut Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es – mit Ausnahme von Juli und September – deutlich trockener als üblich. Ausgerechnet im Juli war es auch zeitweise kälter.

Feuchte, Energie und ein Hebeimpuls

Damit fehlte also relativ oft eine der zentralen Zutaten für Blitze: Für Gewitter brauche man feuchte und energiereiche Luftmassen, erklärt Tanja Egerer vom DWD, zudem große Temperaturunterschiede zwischen oben und unten und einen Hebungsimpuls, der dafür sorgt, dass die Luft vom Boden nach oben kommt. Letzteres kann beispielsweise ein Gebirge, Hitze am Boden oder auch ein Impuls aus höheren Luftschichten sein. «Oft geht es um die Mittagszeit im Bergland mit Gewittern los, die dann abhängig von den Strömungsverhältnissen ins Umland ziehen», erklärt die Meteorologin. 

Es ist also nicht überraschend, dass in der Vergangenheit Landkreise am Alpenrand oft besonders hohe Blitzdichten aufwiesen. Obwohl es für das vergangene Jahr noch keine Zahlen auf Basis von Landkreisen, Kreisen oder kreisfreien Städten gibt, sticht Bayern mit 30.096 Blitzen im Vergleich der Bundesländer klar heraus. Bayern lag seit 2005 jedes Jahr an der Spitze, was jedoch nicht nur seiner Nähe zu den Alpen, sondern auch der größten Fläche unter den Bundesländern zu verdanken ist.

Der Norden ist blitzärmer

Baden-Württemberg folgt auf Platz zwei der Blitzstatistik mit knapp weniger als 14.813 Blitzen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 11.057. Im Gegensatz dazu verzeichnete Hamburg nur 77 Blitze, Bremen 101 und Berlin 105. Die Länder mit den wenigsten Blitzen waren das Saarland mit 718 und Schleswig-Holstein mit 1.824.

Auch in Bezug auf die zeitliche Verteilung folgten die Blitze weitgehend dem üblichen Muster – nur eben in geringerem Ausmaß: Der Monat mit den meisten Blitzeinschlägen war der Juni mit 29.453, gefolgt von Juli mit 23.986 und Mai mit 18.837. Am anderen Ende des Spektrums liegt der Dezember, in dem nur ein einziger Blitz registriert wurde. Im November waren es 43, im Februar 44.

Deutschland ist nicht das einzige Land mit einer ungewöhnlich niedrigen Blitzanzahl im vergangenen Jahr. Auch in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und in Frankreich ist 2025 das bisher blitzärmste Jahr in den veröffentlichten Daten.

Es kommt auf die Zählweise an

Die Zahlen, die von Aldis/Blids erhoben wurden, weichen von anderen Blitzstatistiken ab, was zu teilweise deutlich unterschiedlichen Ergebnissen führt. In dieser Statistik werden nur Erdblitze gezählt – also Einschläge und keine Entladungen in den Wolken – und jeder Blitz wird nur einmal gezählt. Oftmals kommt es vor, dass durch einen Blitzkanal innerhalb kürzester Zeit mehrere Entladungen fließen. Für Beobachter erscheint dies wie ein Flackern des Blitzes. In einigen Statistiken werden dann mehrere Blitze gezählt, in der hier genannten jedoch nur einer.

dpa