Ein 17-Jähriger aus Norwegen soll einen Sprengstoffanschlag auf eine NATO-Einrichtung in Stavanger geplant haben. Sicherheitsbehörden nahmen den Jugendlichen fest, Ermittler prüfen mögliche Verbindungen zu islamistischer Radikalisierung. Die Hintergründe des mutmaßlichen Plans sind noch Gegenstand der Untersuchungen.
Minderjähriger in Norwegen verhaftet – Verdacht auf Anschlagsplanung auf NATO-Basis

In Norwegen ist ein 17-jähriger Jugendlicher von Sicherheitskräften festgenommen worden, weil er vermutlich einen Terroranschlag auf eine NATO-Einrichtung geplant haben soll. Das berichten verschiedene Medien unter Berufung auf lokale Behörden und den norwegischen Rundfunksender NRK. Demnach bestand laut Ermittlern der Verdacht, der junge Mann habe einen Sprengstoffangriff auf den „NATO Joint Warfare Centre“ in Stavanger im Südwesten Norwegens vorbereiten wollen.
Verdacht der Radikalisierung und IS-Bezug
Ermittlungen zufolge hatte der 17-Jährige Sympathien für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekundet und soll einmal eine IS-Flagge mit in die Schule gebracht haben. Solche Hinweise hatten die Sicherheitsbehörden bereits zuvor auf den Jugendlichen aufmerksam gemacht. Aufgrund dieser möglichen islamistisch inspirierten Radikalisierung und konkreter Planungen zogen die Ermittler die Anti-Terror-Einheit PST (Police Security Service) hinzu.
Die PST bestätigte, dass der Jugendliche festgenommen wurde, um Beweismittel zu sichern und eine mögliche Vernichtung medizinischer oder digitaler Belege zu verhindern. Die Untersuchungshaft wurde zunächst auf zwei Wochen festgelegt. Sein Anwalt bestätigte die Verhaftung, wies jedoch darauf hin, dass sein Mandant die Vorwürfe bestreitet.
Geplantes Ziel: NATO-Übungs- und Schulungszentrum
Das mutmaßliche Ziel des Anschlags war das „NATO Joint Warfare Centre“ bei Stavanger, eine bedeutende Einrichtung der NATO, in der Truppen für multinationale Einsätze geschult und taktische Konzepte erarbeitet werden. Das Zentrum gilt als ein wichtiger Knotenpunkt für Ausbildung und Kooperation innerhalb des Bündnisses, an dem auch Streitkräfte aus verschiedenen NATO-Mitgliedsstaaten teilnehmen.
Angriffe auf NATO-Infrastruktur gelten international als schwerwiegende terroristische Straftaten, da sie militärische Strukturen betreffen und potenziell erhebliche Folgen für Sicherheit und Stabilität haben können.
Hintergrund: Terrorismus und Radikalisierung bei Jugendlichen
Der Fall ist ein Beispiel dafür, dass ideologische Radikalisierung junger Menschen auch in demokratischen Gesellschaften vorkommen kann. Sowohl islamistisch motivierte als auch rechtsextreme Anschlagsplanungen durch Minderjährige wurden in der Vergangenheit in verschiedenen Ländern registriert. Dabei spielen Online-Radikalisierung, Gruppendruck oder das Gefühl von Ausgrenzung eine Rolle. Die Sicherheitsbehörden in Norwegen und anderen europäischen Staaten beobachten solche Entwicklungen mit wachsender Aufmerksamkeit.
Die Ermittlungen in Norwegen dauern an, und weitere Details zu Hintergründen, Kontakten oder möglichen Unterstützern des Verdächtigen wurden bislang von den Behörden nicht veröffentlicht. Eine rechtliche Bewertung wird im Zuge der weiteren Untersuchungshaft erwartet.








