Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Mindestens 53 Migranten nach Bootsunglück vor Libyen tot oder vermisst

Mindestens 53 Menschen, darunter zwei Babys, sind nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes vor der Küste Libyens tot oder gelten als vermisst. Das erneute Unglück auf der gefährlichen Mittelmeerroute löst international Entsetzen aus und verschärft die Debatte über sichere Fluchtwege und Seenotrettung.

Artikel hören

Foto: NF24 / KI

Vor der Küste Libyens ist ein Flüchtlingsboot gekentert – bei dem Unglück werden mindestens 53 Menschen als tot oder vermisst gemeldet, darunter zwei Babys. Das berichtet die britische Nachrichtenagentur Sky News unter Berufung auf die Internationale Organisation für Migration (IOM). Rettungskräfte suchten am Dienstag weiter nach Überlebenden in den Gewässern vor Tripolis.

Bootsunglück vor der Küste Libyens

Das überladene Holzboot war offenbar auf dem Weg von Nordafrika in Richtung Europa, als es am frühen Morgen in der Nähe der libyschen Mittelmeerküste kenterte. Libysche Seenotrettungskräfte und Fischer aus der Region bargen zahlreiche Leichen und retteten zudem mehrere Menschen aus dem Wasser. Die genaue Zahl der Überlebenden ist derzeit noch unklar.

Meisterträume, Glückssiege und harte Wahrheiten
Basler entlarvt Dortmunds Meisterträume – warum der BVB sich selbst belügt

Nach Angaben der IOM waren unter den Passagieren zahlreiche Frauen und Kinder, darunter zwei Säuglinge, die zum Zeitpunkt des Unglücks an Bord gewesen sein sollen. Viele der Geretteten zeigen Anzeichen von Unterkühlung und Erschöpfung, berichteten Helfer vor Ort.

Zahl der Opfer steigt – Geschichten hinter den Zahlen

Die Zahl der Toten und Vermissten ist bisher nicht abschließend bestätigbar, weil viele Opfer noch unter den Trümmern des Schlauchbootes oder in Dünung und Strömung verloren gegangen sein könnten. Die IOM und andere humanitäre Organisationen gehen davon aus, dass die Opferzahlen weiter steigen könnten, solange keine neuen Überlebenden gefunden werden.

Bei früheren Unglücken dieser Art hatten sich Flüchtlinge aus Krieg, Armut oder Perspektivlosigkeit auf lebensgefährliche Überfahrten begeben, um Europa über das zentrale Mittelmeer zu erreichen. Die Route zwischen Nordafrika und Süditalien gilt als eine der riskantesten Migrationswege weltweit.

Internationale Organisationen fordern mehr Hilfe und Prävention

Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen reagierten entsetzt auf den neuen Zwischenfall. Vertreter der Internationalen Organisation für Migration kritisierten, dass trotz wiederholter Warnungen und internationaler Appelle weiterhin zu viele Menschen unter katastrophalen Bedingungen Seewege überquerten. Sie fordern mehr legale Fluchtwege, bessere Seenotrettung und sichere Unterbringungsmöglichkeiten in den Herkunfts- oder Transitländern.

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex erklärte, die Situation vor der libyschen Küste bleibe extrem gefährlich. Trotz verstärkter Patrouillen und koordinierter Rettungseinsätze kämen weiterhin Boote mit überfüllten Schlauch- oder Holzbooten in See.

EZB, Krypto-News & Marktbewegungen: Ein spannender Start!
Krypto-Winter oder Außenfaktoren? Die große Debatte!

Libysche Seenotrettung im Einsatz

Libyens sogenannte Seenotrettungskräfte arbeiten häufig mit internationalen Organisationen zusammen, stehen aber immer wieder vor Herausforderungen. Die Küstenwache ist nicht immer ausreichend ausgerüstet, und oft übernehmen lokale Fischer sowie ehrenamtliche Helfer die erste Hilfe und Bergung. Zahlreiche Boote kenterten bereits in den letzten Monaten auf derselben Strecke, was die prekäre Lage von Schutzsuchenden erneut verdeutlicht.

Tragischer Trend im zentralen Mittelmeer

Das zentrale Mittelmeer bleibt eine der tödlichsten Migrationsrouten der Welt: Schätzungen der UN-Agenturen zufolge sind seit Anfang des Jahres bereits Hunderte von Menschen auf dem Weg nach Europa bei ähnlichen Vorfällen ums Leben gekommen oder gelten als vermisst. Trotz internationaler Versuche, Routen sicherer zu machen, setzen viele Migranten ihr Leben aufs Spiel – aus Angst vor Gewalt, Verfolgung oder wirtschaftlicher Not in ihren Heimatländern.

bh
Quellen: Sky.com