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Mit Freunden auf Zug gesprungen – Zwölfjährige stirbt

Eine gefährliche Mutprobe endet an einem mittelfränkischen Bahnhof tragisch. Eine Zwölfjährige stirbt einen Tag später im Krankenhaus. Gibt es Kampagnen zur Prävention gegen S-Bahn-Surfen?

Etliche Einsatzkräfte waren vor Ort. (Symbolbild)
Foto: Lino Mirgeler/dpa

Eine Zwölfjährige ist im Nürnberger Land gestorben, als sie versuchte, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen. Nach Ermittlungen der Polizei anhand von Videokameras und Zeugenaussagen war das Mädchen mit Freunden am S-Bahnhof in Feucht. Einige ihrer Freunde sprangen auf den abfahrenden Zug. Dabei stürzte die Zwölfjährige und geriet unter den Zug.

Ihre minderjährigen Freunde seien abgesprungen und hätten anschließend den Notruf gewählt, sagte ein Polizeisprecher. Demnach waren sie alle im Alter um die zwölf Jahre. Mit schwersten Verletzungen am Kopf und an den Beinen wurde das Mädchen in ein Krankenhaus gebracht. Einen Tag später sei es seinen Verletzungen erlegen.

Die Kriminalpolizei hat vor Ort Beweise gesichert. Außerdem wurden Videokameras überprüft und Zeugen befragt. Die Zugstrecke war vorübergehend gesperrt.

S-Bahn-Surfer sind oft junge Menschen

Laut einer Sprecherin der Bundespolizei in München gibt es immer wieder Einsätze aufgrund des Phänomens S-Bahn-Surfen. Es gibt keine genauen Zahlen dazu. Die Dunkelziffer ist jedoch hoch: Nicht jeder S-Bahn-Surfer wird erfasst, da viele Vorfälle unentdeckt bleiben.

Die Fälle im Münchner Bereich seien in der vergangenen Zeit nicht tödlich ausgegangen, hieß es. Letztendlich sei das jedoch immer Glück. «Die Leute spielen mit ihrem Leben, da muss man sagen: Jedes Mal ist gefährlich.»

Es sind oft junge Menschen, manchmal auch Minderjährige, die auf die Züge springen. In den letzten Monaten wurden keine Erwachsenen erfasst, aber das bedeutet nicht, dass es sie nicht gibt.

«Das sind nicht eure Freunde»

Gemeinsam mit der Deutschen Bahn (DB) arbeitet die Bundespolizei mit Präventionsbeamten zusammen. An Schulen informieren die Beamten über die allgemeinen Risiken, wie das Überqueren der Gleise, das Klettern auf Waggons und das S-Bahn-Surfen.

Anlassbezogen klärt die Polizei und die DB auch auf den sozialen Medien auf. In einem der Videos heißt es beispielsweise: «Das Klettern auf Zügen und das Surfen sowieso ist lebensgefährlich. Ihr habt doch nur dieses eine Leben, das ist es doch nicht wert.» Und: «Falls ihr Freunde habt, die euch auf so eine Idee bringen: Das sind nicht eure Freunde.»

dpa