Bei Sonnenschein holen wieder viele Biker ihre Maschinen aus der Garage. Es gibt dabei einiges zu beachten, nicht nur für Kradfahrer.
Motorradsaison startet: Biker-Verband mahnt zu Vorsicht
Zu Beginn der Motorradsaison ruft der Interessenverband der Biker zu besonderer Vorsicht auf. «Die Autofahrer sind noch nicht daran gewöhnt, dass wieder Motorradfahrer unterwegs sind», sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Motorradfahrer, Michael Lenzen. «Wir haben das Problem der gegenseitigen Rücksichtnahme. Da passieren zu Saisonbeginn erfahrungsgemäß mehr Unfälle mit Autos und Motorrädern.»
Manchmal seien Motorradfahrer nach der Winterpause auch noch aus der Übung. Laut Lenzen sei das Fahren eines Motorrads viel anstrengender und komplexer als Autofahren.
Die Saison wurde offiziell bereits zu Monatsbeginn eröffnet. Aufgrund des vorhergesagten guten Wetters erwartet der Verband jedoch viele Biker an diesem Wochenende. Schon vor einer Woche hatte die Polizei mehrere Unfälle mit Zweirädern gemeldet.
Wie fällt die Unfallbilanz aus?
Es gibt noch keine endgültige Bilanz über die Anzahl der Unfälle im letzten Jahr. Nach ersten Angaben des Statistischen Bundesamtes starben von Januar bis November 2024 mehr Menschen, die mit einem amtlich zugelassenen Kraftrad unterwegs waren, darunter auch mit Leichtkrafträdern, Motorrollern und Motorrädern. Es waren neun Tote mehr. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 497 Tote gezählt.
Laut Lenzen, gibt es bundesweit knapp fünf Millionen zugelassene Motorräder, was als Höchststand betrachtet wird, so das Kraftfahrtbundesamt.
Was sagt der Verband zu Streckensperrungen?
Für Biker sind auch in diesem Jahr nicht alle Straßen offen. Der Verband listet auf seiner Internetseite etliche Verbindungsstraßen in mehreren Bundesländern auf, die zumindest zeitweilig für Motorräder nicht zu passieren sind. «Gefühlt war es ein Trend in den vergangenen Jahren, dass man versucht hat, Streckensperrungen einzuführen, aber nicht aufgrund von Unfällen, sondern aufgrund von Lärm. Das war aber rechtlich nicht tragbar», sagte Lenzen.
In der Vergangenheit haben die Behörden zur Rechtfertigung auf das Ruhebedürfnis der Anwohner oder auf eine Häufung von Unfällen hingewiesen. „Eine Sperrung wegen Lärms löst das Gesamtproblem nicht, sondern verlagert es lediglich“, gab Lenzen zu bedenken. Motorradfahrer würden dann ausweichen.
Lenzen schlug vor, Biker, die unbewusst etwa zu schnell fahren, zum Beispiel mit Displays oder mit Plakaten zu sensibilisieren. «Bei den anderen, die das vorsätzlich machen, da ist die Polizei gefragt.» Es müsse deswegen auch in die Polizei und in die entsprechende Technik investiert werden.