40 Menschen starben in einer Schweizer Bar. Nun stehen große Skirennen bevor. Die Austragungs-Orte nehmen Lokalbetreiber in die Pflicht. Ein nationales Pyrotechnik-Verbot ist aber nicht geplant.
Nach Inferno: Bekannte Schweizer Ski-Orte prüfen Brandschutz

Nach der Feuerkatastrophe von Crans-Montana in der Schweiz richten sich die Blicke nun verstärkt auf den Brandschutz in zwei anderen bekannten Wintersportorten des Alpenlandes. Lokalpolitiker in Adelboden und Lauterbrunnen kündigten im Schweizer Radio SRF an, Gastronomie-Betriebe vor den Ski-Weltcuprennen der nächsten Wochenenden stärker in die Verantwortung zu nehmen, um die Sicherheit der Fans zu gewährleisten.
In der Silvesternacht sind in einer Bar in Crans-Montana 40 Menschen bei einem Brand ums Leben gekommen. Es handelte sich hauptsächlich um Jugendliche und junge Erwachsene. 119 weitere Personen wurden größtenteils schwer verletzt. Das Feuer wurde durch eine funkensprühende Partyfontäne verursacht, die den Schaumstoff an der Decke entzündete, wie die bisherigen Ermittlungen ergaben.
Freiwilliger Verzicht auf Pyrotechnik
Der Schweizer Präsident Guy Parmelin verwies im TV-Sender SRF auf Berichte, wonach bereits viele Lokalbetreiber in der Schweiz beschlossen hätten, künftig auf Pyrotechnik in Innenräumen zu verzichten. Die Regierung müsse kein offizielles Verbot beschließen, «aber ich glaube, dass die notwendigen Lehren zum gegebenen Zeitpunkt daraus gezogen werden», sagte der Politiker der rechtskonservativen SVP.
In Adelboden sollen die Lokale vor den Riesenslalom- und Slalomrennen am 10. und 11. Januar überprüft werden, sagte Gemeinderatspräsident Willy Schranz im Radio. Es gehe darum zu schauen, «ob wir hier alles in Ordnung haben, damit nicht so etwas eintreffen kann», sagte er.
Vom 16. bis 18. Januar finden Weltcuprennen in Wengen statt. Der Ort ist Teil der Gemeinde Lauterbrunnen. Gastronomen sollen selbst prüfen, ob Fluchtwege frei seien und ob unerlaubte brennbare Materialien in ihren Lokalen eingebaut seien, sagte Gemeinderatspräsident Karl Näpflin. Er warnte davor, in Lokalen mit Feuer und Kerzen zu hantieren. «Das wäre das Schlimmste», sagte er.








