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Sparkasse öffnet Servicestelle für Schließfachkunden nach Millionen-Coup

Betroffene sollen transparent informiert und unterstützt werden. Kunden kritisierten mangelnde Kommunikation und Null-Kommunikation nach dem Einbruch.

Nach dem spektakulären Gelsenkirchener Sparkassen-Einbruch öffnet die Bank eine Servicestelle für Kunden - hier ein Archivbild einer Informationsveranstaltung eines Rechtsanwalts für Kunden. (Archivbild)
Foto: Christoph Reichwein/dpa

Gut vier Wochen nach dem Millionen-Coup in einer Gelsenkirchener Sparkasse öffnet die Bank heute eine Servicestelle für betroffene Schließfachkunden. Sie sollten «transparent informiert» und beim weiteren Ablauf unterstützt werden, versprach Sparkassenchef Michael Klotz vorab laut Mitteilung. 

Zuvor hatten sich Kunden öffentlich über mangelnde Kommunikation der Sparkasse nach dem Einbruch beschwert. Die Bank habe wochenlang die Kunden nicht von sich aus informiert, sondern auf eine Hotline verwiesen, über die sich Kunden melden sollten. Die Leitung sei aber vielfach besetzt gewesen, wurde kritisiert. Ein Geschädigter sprach von «Null-Kommunikation».

Die Bank deckt nachgewiesene Verluste von Schließfächern bis zu einem Wert von 10.300 Euro ab. Es wird empfohlen, die gestohlenen Schließfachinhalte in einer Inventarliste so detailliert wie möglich aufzulisten. Die Servicestelle steht dabei zur Unterstützung bereit.

Bereits drei Musterklagen erhoben

Viele Kunden der Sparkasse gaben an, über Anwälte und bei der Polizei, dass sie wesentlich höhere Beträge als 10.300 Euro im Schließfach gelagert hatten. Der Anwalt der Geschädigten, Daniel Kuhlmann, hat bereits drei Musterklagen gegen die Sparkasse eingereicht. Er beschuldigt sie, Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigt zu haben und fordert daher volle Haftung.

Die Bank hat die Kritik mehrfach zurückgewiesen. «Unsere Sicherheitsvorkehrungen sind auf dem anerkannten Stand der Technik und sind aktuell», erklärte eine Sprecherin. 

Trotz intensiver Fahndung gibt es aktuell noch keine heiße Spur von den Tätern, die Ende Dezember bei dem spektakulären Einbruch rund 3.100 Kundenschließfächer ausgeräumt haben.

dpa