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Neue Kaufprämie für Elektroautos: Bis zu 6.000 Euro vom Staat

Mehr Geld für Familien und Geringverdiener – Beantragung ab Mai möglich.

Nach rund zwei Jahren Förderstopp gibt der Staat wieder Geld für den Kauf von Elektroautos.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Wer ein Elektroauto erwirbt oder mietet, erhält abhängig von individuellen Umständen und Fahrzeugtyp zwischen 1.500 und 6.000 Euro vom Staat. Personen mit niedrigerem Einkommen oder Kindern erhalten innerhalb dieses Rahmens mehr. Wichtige Informationen zum neuen Förderprogramm.

Wie viel Geld gibt es beim Kauf reiner Elektroautos? 

Die Fördergrenze liegt bei einem Haushaltseinkommen von 80.000 Euro. Das entspricht ungefähr einem monatlichen Nettoeinkommen von 4.800 Euro bei Ledigen und 5.400 Euro bei Paaren, so das Bundesumweltministerium. Die maximale Fördergrenze beträgt 90.000 Euro Haushaltseinkommen, wenn zwei Kinder vorhanden sind, wodurch sich die Grenze um jeweils 5.000 Euro nach oben verschiebt.

Die Basisförderung beträgt für reine Elektroautos 3.000 Euro. Haushalte mit einem Einkommen von bis zu 60.000 Euro erhalten 4.000 Euro, Haushalte mit einem maximalen Einkommen von 45.000 Euro bekommen 5.000 Euro. Die Förderung erhöht sich pro Kind um 500 Euro, insgesamt jedoch maximal um 1.000 Euro.

Was ist mit Autos, die nicht rein elektrisch betrieben werden? 

Es gibt weniger Geld für sogenannte Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können. Die Basisförderung für diese Fahrzeuge beträgt 1.500 Euro. Range Extender sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen.

Autos mit diesen Technologien müssen weniger als 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen oder eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern haben, um förderfähig zu sein. Ab dem 1. Juli 2027 wird die Förderung überprüft, um Vorgaben zu entwickeln, die sich stärker am realen CO2-Ausstoß orientieren.

Ab wann gilt die neue Förderung? 

Wer sein Elektroauto oder bestimmte Plug-in-Hybride ab dem 1. Januar neu zugelassen hat, hat die Möglichkeit, die Förderung zu beantragen. Dies gilt sowohl für den Kauf als auch für das Leasing. Die Beantragung der neuen Förderung wird voraussichtlich jedoch erst im Mai möglich sein, wenn das entsprechende Internet-Portal startet.

Es sind insgesamt drei Milliarden Euro für die Kaufprämie vorgesehen, was nach Angaben des Ministeriums für etwa 800.000 geförderte Fahrzeuge bis 2029 ausreichen soll.

Welche Unterstützung gab es bisher vom Staat? 

Es gibt derzeit keine Kaufprämie für Elektroautos. Ende 2023 hat die damalige Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP den sogenannten Umweltbonus abrupt eingestellt, um Haushaltslöcher zu stopfen. Die Höhe betrug damals bis zu 4.500 Euro, von denen die Hersteller die Hälfte tragen mussten. Ab 2024 wäre die Prämie auf 3.000 Euro gesunken, Ende 2024 sollte sie ausgelaufen sein.

Wie gefragt sind Elektroautos? 

Im Vergleich zum Vorjahr stieg ihr Anteil an allen Neuzulassungen im vergangenen Jahr um etwa 5,6 Prozentpunkte auf gut 19 Prozent. Die Bundesregierung hat im Oktober die Wiedereinführung einer E-Auto-Kaufprämie angekündigt, die im Laufe dieses Jahres kommen soll.

Obwohl es eine Steigerung um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr gab, war der Absatz im Jahr 2024 nach dem überraschenden Förderstopp eingebrochen. Im Jahr 2025 betrug die Steigerung im Vergleich zu 2023 nur etwa vier Prozent, wie Verkehrsexperte Constantin Gall von der Beratungsgesellschaft EY erklärt. Elektroautos machten zuletzt etwa 4 Prozent des Bestands aus.

Warum sind Plug-in-Hybride umstritten? 

Plug-in-Hybride können sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren. Die Umweltfreundlichkeit dieser Fahrzeuge ist umstritten. Obwohl sie kürzere Strecken rein elektrisch zurücklegen können, verbrauchen sie bei leerer Batterie aufgrund des zusätzlichen Gewichts mehr Sprit und stoßen entsprechend mehr CO2 aus. Darüber hinaus entsteht bei ihrer Produktion mehr CO2 als bei einem Verbrenner.

Ob Elektroautos für das Klima besser oder schlechter sind als vergleichbare Verbrenner, hängt vor allem davon ab, wie oft sie geladen werden und wie hoch der Anteil der elektrisch zurückgelegten Strecken ist. Kritiker halten die offiziellen Verbrauchsangaben zumindest für weitaus zu niedrig angesetzt. Gerade bei Firmenflotten sind Elektroautos jedoch aufgrund von Steuervorteilen beliebt.

Es gab bis Ende 2022 auch eine staatliche Förderung von bis zu 2.250 Euro für Plug-in-Hybride.

Wird die Förderung der kriselnden deutschen Autobranche helfen? 

«Ich glaube, das Ganze ist nicht notwendig», sagt der Leiter des privaten Instituts Center Automotive Research (CAR), Ferdinand Dudenhöffer. «Elektroautos verkaufen sich von allein. Schade um das Steuergeld.» Die Preise für Elektroautos seien zuletzt ohnehin gesunken. Er würde erwarten, dass sich der Trend auch ohne staatliche Förderung fortsetze, so Dudenhöffer – auch deshalb, weil die Autobauer diese verkaufen müssten, um CO2-Flottenziele einzuhalten und EU-Strafzahlungen zu vermeiden. 

Die Autobauer könnten die Prämie bei ihrer Preisgestaltung einpreisen, was dazu führen könnte, dass die Autos teurer verkauft werden als ohne Förderung. Darüber hinaus würden die erwarteten Einkommensnachweise zusätzlichen Verwaltungsaufwand mit sich bringen. Um den Absatz von Elektroautos zu steigern und der heimischen Industrie zu helfen, wären seiner Meinung nach günstiger Ladestrom und niedrigere Lohnnebenkosten sinnvoller.

Die Vergabe der neuen Förderung soll langfristig stärker an die Produktion in Europa gebunden werden, jedoch werden dazu noch EU-Regelungen erwartet.

dpa