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Neue Warnstreiks treffen Zehntausende Flugreisende

Die diversen Tarifkonflikte im deutschen Luftverkehr zwingen erneut Zehntausende Flugreisende zum Umplanen. Nun ist das Luftsicherheitspersonal an mehreren Flughäfen im Ausstand.

Bei den Tarifverhandlungen der Luftsicherheit geht es um die Arbeitsbedingungen von etwa 25.000 Beschäftigten privater Sicherheitsdienstleister.
Foto: Sascha Thelen/dpa

Die Streikwelle an deutschen Flughäfen hält weiter an. Laut Branchenschätzungen werden heute erneut Zehntausende Passagiere aufgrund von Warnstreiks des Luftsicherheitspersonals an fünf Flughäfen nicht wie geplant reisen können. Nach Angaben eines Verdi-Sprechers begannen die Warnstreiks zuletzt in der Nacht am Flughafen Berlin. Zuvor waren die Flughäfen Hamburg, Stuttgart, Karlsruhe/Baden-Baden und Köln an der Reihe. Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Freitag weitere Warnstreiks des Luftsicherheitspersonals angekündigt.

Aufgrund des ganztägigen Streiks der Luftsicherheitskräfte können Passagiere heute nicht mehr in den Sicherheitsbereich gelangen. Laut Schätzungen des Flughafenverbandes ADV werden voraussichtlich mehr als 580 Flugverbindungen gestrichen, was bedeutet, dass 90.000 Reisende ihre Reisepläne ändern müssen.

Am Freitag wird das Luftsicherheitspersonal dann in Hannover, Dortmund, Weeze, Dresden und Leipzig sowie erneut in Karlsruhe/Baden-Baden die Arbeit niederlegen. Zudem hat Verdi am Flughafen München die Beschäftigten in der Personal- und Warenkontrolle sowie der Frachtkontrolle von heute um 4.00 Uhr bis Freitag um 6.00 Uhr zum Ausstand aufgerufen. Dies betrifft hauptsächlich den Frachtbereich.

Größter Flughafen in Frankfurt nicht betroffen

Der größte Flughafen Deutschlands in Frankfurt ist von den Warnstreiks des Luftsicherheitspersonals heute und Freitag nicht betroffen. Allerdings könnten dort wie auch in München die Streiks des Lufthansa-Kabinenpersonals vom Dienstag und Mittwoch vereinzelt noch zu Verspätungen und Flugausfällen führen.

Es dreht sich bei den Tarifverhandlungen der Luftsicherheit um die Arbeitsbedingungen von ungefähr 25.000 Mitarbeitern privater Sicherheitsdienstleister. Sie führen im Auftrag der Bundespolizei Kontrollen von Passagieren, Personal und Gepäck an den Zugängen zum Sicherheitsbereich durch.

Bisher gab es fünf Verhandlungsrunden ohne Erfolg im Konflikt. Verdi verlangt eine Erhöhung des Stundenlohns um 2,80 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, beginnend mit zusätzlichen Überstundenzuschlägen ab der ersten Überstunde.

Sechste Verhandlungsrunde nächsten Mittwoch

Die Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) haben nach eigenen Angaben 2,70 Euro mehr pro Stunde in drei Stufen angeboten, wodurch die Monatslöhne um 432 Euro bis 470 Euro steigen würden. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 24 Monaten haben. Eine sechste Verhandlungsrunde mit Verdi ist für den 20. März verabredet.

Für das Lufthansa-Bodenpersonal wird bereits wieder verhandelt. Die Gespräche zwischen der Fluggesellschaft und Verdi sollten heute fortgesetzt werden. Verdi fordert für die 25.000 Lufthansa-Beschäftigten am Boden bei einer Laufzeit von zwölf Monaten 12,5 Prozent mehr Geld, während das Unternehmen bei einer Laufzeit von 28 Monaten bisher 10 Prozent angeboten hat. Nach vier Verhandlungsrunden ist eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro vergleichsweise unstrittig.

dpa