Wissenschaftler entwickeln mit dem metabolischen BMI eine innovative Methode zur Gesundheitsbewertung. Dieser neue Index könnte verborgene Risiken aufdecken und personalisierte Präventionsstrategien ermöglichen.
Neuer metabolischer BMI: Die Zukunft der Gesundheitsbewertung?

Der traditionelle BMI: Ein unzureichendes Maß?
Der Body-Mass-Index (BMI) hat sich über viele Jahre als gängiges Maß zur Beurteilung von Übergewicht und Fettleibigkeit etabliert. Er wird aus dem Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße berechnet und stuft Übergewicht ab 25 kg/m² sowie Adipositas ab 30 kg/m² ein. Dennoch weist der BMI erhebliche Schwächen auf. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 30 Prozent der Personen mit einem „normalen“ BMI bereits gefährliche metabolische Veränderungen aufweisen können, die unbehandelt zu ernsthaften Erkrankungen wie Diabetes und Fettleber führen können.
Der metabolische BMI: Ein Ausblick auf die Zukunft
Wissenschaftler der Universitäten Leipzig und Göteborg haben eine innovative Methode entwickelt, um diese Lücken zu schließen: den metabolischen BMI (metBMI). Dieser neuartige Index basiert auf der Analyse von 66 Metaboliten, die aus Blut und dem Mikrobiom des Darms gewonnen werden. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz wird ein umfassendes Risikoprofil erstellt, das die individuellen metabolischen Besonderheiten einer Person berücksichtigt.
Warum identisches Gewicht nicht identisches Risiko bedeutet
Der metBMI verdeutlicht, weshalb zwei Personen mit demselben BMI unterschiedliche Gesundheitsrisiken aufweisen können. Unterschiede in der Fettverteilung und der Funktion des Fettgewebes spielen eine entscheidende Rolle. Während der traditionelle BMI diese Unterschiede nicht berücksichtigt, kann der metBMI durch seine detaillierte Analyse verborgene Risiken frühzeitig identifizieren und somit präventive Maßnahmen ermöglichen.
Body Roundness Index: Eine ergänzende Sichtweise
Eine weitere Alternative zum klassischen BMI stellt der Body Roundness Index (BRI) dar. Dieser Index berücksichtigt neben dem Gewicht auch den Taillenumfang, um das viszerale Fett besser zu erfassen, welches als wesentlicher Risikofaktor für Stoffwechselerkrankungen gilt. Der BRI bietet eine genauere Einschätzung für muskulöse Personen und wird zunehmend als wertvolle Ergänzung zum BMI angesehen.
Gesundheitszustand in Deutschland: Ein alarmierender Trend
In Deutschland ist nahezu jedes sechste Kind übergewichtig oder adipös, was das Risiko für Infektionen und chronische Krankheiten erheblich erhöht. Die WHO hat sich ehrgeizige Ziele zur Reduzierung der Adipositas gesetzt, doch die Zahlen steigen weiterhin an. Seit 1975 sind die Raten der Adipositas um 138 Prozent gestiegen.
Praktische Ratschläge zur Gesundheitsvorsorge
- Risikoüberprüfung: Neben dem BMI sollte auch der Taillenumfang gemessen und Laborwerte wie Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden.
- Ernährung und Bewegung: Eine darmfreundliche Ernährung sowie regelmäßige Bewegung fördern die Gesundheit des Stoffwechsels.
- Individuelle Gesundheitsbewertung: Der metBMI könnte bald in medizinischen Einrichtungen eingesetzt werden, um personalisierte Gesundheitsstrategien zu entwickeln.
Die Einführung des metabolischen BMI stellt einen bedeutenden Fortschritt in Richtung einer personalisierten Medizin dar, die individuelle Unterschiede berücksichtigt und somit die Prävention von Erkrankungen wie Diabetes und Fettleber verbessert.
Bildquelle: Bildquelle: Kenny Eliason auf Unsplash








