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Europa bibbert: Zugverkehr lahmgelegt und Flugausfälle durch Winterwetter

Schnee und Eis sorgen für Chaos auf Straßen und Flughäfen, während Schulbusse in Frankreich ausfallen und in Schweden bis zu minus 40 Grad erwartet werden.

In den Niederlanden wurde der Zugverkehr am Dienstag zeitweise ausgesetzt. (Symbolbild)
Foto: Marcus Brandt/dpa

Das strenge Winterwetter bereitet den Menschen in Europa weiterhin Probleme. In den Niederlanden war der Zugverkehr aufgrund des Wetters und einer technischen Störung fast vollständig zum Erliegen gekommen. Die niederländische Bahn gab bekannt, dass bis 10.00 Uhr kein Zug im ganzen Land fahren werde. Kurz darauf wurde der Zugverkehr langsam wieder aufgenommen.

Das Winterwetter verursacht auch weiterhin Probleme auf den Straßen und am Amsterdamer Großflughafen Schiphol. Es wurden bereits rund 350 Flüge gestrichen.

Auch in Frankreich gibt es weiterhin Probleme mit Schnee und Eis. In einigen Departements fuhren keine Schulbusse mehr, nachdem es starke Schneefälle gegeben hatte. Auch der Zugverkehr war in einigen Regionen gestört.

Am Flughafen in Nantes im Westen des Landes wurde der Flugverkehr eingestellt, während es an den Pariser Flughäfen weiterhin Ausfälle gab. Auf den Straßen und Autobahnen rund um Paris, wo sich am Montagnachmittag der Verkehr noch auf rund 1.000 Kilometern Länge gestaut hatte, entspannte sich die Lage zwar. Dennoch wurden nach einer ersten Bilanz fünf Tote bei wetterbedingten Unfällen gemeldet.

In Großbritannien herrscht weiterhin kaltes Wetter und es schneit. In Schottland sind Hunderte Schulen geschlossen, in Glasgow konnten die U-Bahnen am Morgen nicht fahren, da die Stromschienen vereist waren. Es gibt weiterhin Schnee- und Eiswarnungen in vielen Teilen des Vereinigten Königreichs, der Wetterdienst warnt vor starken Schneefällen für diese Woche, insbesondere im Süden.

In Schweden gibt es neue Schneefälle und bis zu minus 40 Grad im Norden des Landes. In Dänemark forderte der Rettungsdienst Falck die Bewohner von Nordjütland auf, aufgrund eines Schneesturms am Mittwoch zu Hause zu bleiben. Personen, die dennoch nach draußen gehen, sollten eine Schaufel dabei haben, um ihr Auto freizuschaufeln zu können.

Zehntausende Einwohner Prags ohne Heizung und heißes Wasser

Polarluft sorgt in der Schweiz im Flachland für Temperaturen von teils minus 14 Grad. La Brévine im Kanton Neuenburg auf gut 1.000 Metern Höhe, traditionell der kälteste Ort der Schweiz, meldete in der Nacht zu Montag minus 30,3 Grad. Das ist jedoch nicht besonders ungewöhnlich. In dem abgeschlossenen Tal bildet sich bei klarem Himmel und wenig Wind oft ein Kaltluftsee, was zu einer großen Auskühlung des Bodens führt. Noch kälter war es am Morgen auf der Alp Hintergräppelen in Toggenburg im Kanton St. Gallen. Dort wurden minus 37,1 Grad gemessen.

Auch in Tschechien ist die Kälte weiterhin spürbar. Im Böhmerwald nahe der Grenze zu Bayern wurden am Morgen Temperaturen um minus 25 Grad gemessen. Laut der Vorhersage des staatlichen Wetterdienstes wird das Quecksilber in den nächsten Tagen nirgendwo im Land über den Gefrierpunkt steigen. In Prag waren vorübergehend Zehntausende Einwohner aufgrund einer defekten Fernwärme-Leitung ohne Heizung und warmes Wasser.

Die Wintersportler können sich freuen: Dank der Schneefälle gibt es in den Mittelgebirgen Tschechiens ideale Bedingungen zum Skifahren. In Polen wurde in der Nacht die niedrigste Temperatur von minus 20,1 Grad gemessen.

Schlecht isolierte Wohnungen in Spanien

In Spanien, das im Sommer regelmäßig mit Hitzerekorden Schlagzeilen macht, frieren die Menschen nun in vielen Regionen bei Minusgraden in ihren oft nicht so gut wärmeisolierten Wohnungen. In Madrid und auch in höheren Lagen der Ferieninsel Mallorca gab es Frost und es lag Schnee. Manche Straßen in den Pyrenäen und in anderen Gebirgsregionen des Landes waren nur mit Schneeketten zu befahren.

Es könnte auch in der Nacht auf Dienstag bis zu minus 10 Grad kalt werden. Aemet warnte vor Schnee, Kälte und teilweise stürmischen Winden in weiten Teilen des Landes. Für milderes Wetter muss man auf die Kanaren reisen, wo es tagsüber angenehme 17 Grad warm wird.

Auch in Bulgarien bleibt es weiterhin frühlingshaft mild, im Südosten werden Temperaturen bis zu 19 Grad erwartet. Das ist für diese Jahreszeit sehr ungewöhnlich. In einigen Regionen kämpfen die Menschen mit starken Winden. Meteorologen sagen für Donnerstag einen Schneeeinbruch mit eisiger Kälte voraus.

dpa