«Paris ist gut für Ehebruch» und «Ich vermisse dich» – das soll Mette-Marit Sexualstraftäter Epstein geschrieben haben. Ein Schock für Norwegen. Dabei hat die Königsfamilie gerade ganz andere Sorgen.
Norwegens Kronprinzessin: Gab sie Epstein Liebestipps?

Mette-Marit vermeidet es, ihren Sohn auf der Anklagebank zu sehen. Die norwegische Kronprinzessin (52) befindet sich zu Beginn des Strafprozesses gegen Marius Borg Høiby (29) an diesem Dienstag (ab 9.30 Uhr) auf einer privaten Reise. Nach den vergangenen Tagen wirkt das fast wie eine Flucht – wegen ihrer Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein steht Mette-Marit selbst erneut unter Druck. Und mit ihr das ganze Königshaus.
«Die Kronprinzessin hat selbst erklärt, ein schlechtes Urteilsvermögen bewiesen zu haben – dem stimme ich zu», sagte der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre laut einer Stellungnahme. Veröffentlicht wurde diese, weil Mette-Marits Name in den am Freitagabend freigegebenen Epstein-Akten Hunderte Male auftaucht.
Das norwegische Fernsehen veröffentlichte Auszüge aus E-Mails, die Epstein und die Kronprinzessin geschrieben haben sollen. In einem Austausch im Herbst 2012 geht es um die Jagd nach einer Frau. «Paris ist interessant, aber ich bevorzuge Skandinavien», steht in einer Mail, die Epstein zugeschrieben wird. Die Antwort: «Paris ist gut für Ehebruch. Skandinavierinnen sind die besseren Ehefrauen. Aber wer bin ich schon, dass ich das beurteilen kann.»
«Es ist einfach peinlich»
Die unter einer schweren Lungenkrankheit leidende Mette-Marit erklärte am Wochenende, sie bedauere, «Epsteins Hintergrund nicht besser geprüft» und überhaupt Kontakt zu ihm gehabt zu haben. «Es ist einfach peinlich», heißt es in der Stellungnahme. Den Opfern des Sexualstraftäters sprach sie ihr «tiefes Mitgefühl» und ihre Solidarität aus.
Schon seit Jahren ist bekannt, dass die Ehefrau von Kronprinz Haakon (52) Kontakt zu Epstein hatte, und Mette-Marit hatte bereits früher ihre Reue ausgedrückt. Die nun bekannt gewordenen Details und die Tatsache, dass die zukünftige norwegische Königin zumindest über einige von Epsteins Verbrechen Bescheid gewusst haben musste, schockieren jedoch die norwegische Bevölkerung.
In einer E-Mail, die von Mette-Marit stammen soll, ist die Rede von einer Google-Suche nach Epstein mit dem Ergebnis: «Das sah nicht besonders gut aus.» Die Nachricht versieht die Absenderin laut dem norwegischen Rundfunksender NRK mit einem Smiley. Zu diesem Zeitpunkt hatte Epstein schon eine Haftstrafe wegen Missbrauchs abgesessen. Er hatte sich 2008 schuldig bekannt. Nach weiteren Ermittlungen war der Multimillionär, der jahrelang einen Missbrauchsring betrieben hatte, 2019 in Untersuchungshaft gestorben.
Der Besuch auf dem Epstein-Anwesen
Der Palast bestätigte dem Sender NRK, dass Mette-Marit 2013 über einen gemeinsamen Freund ein Anwesen des Amerikaners in Palm Beach geliehen hatte. Die Kronprinzessin habe dort vier Tage lang gemeinsam mit einer Freundin gewohnt, teilte die Sprecherin des norwegischen Königshauses, Guri Varpe, mit. Während dieses Besuchs habe sie Epstein auch getroffen.
Insgesamt sollen sich Mette-Marit und der US-Amerikaner laut der Zeitung «Dagens Næringsliv» zwischen 2011 und 2013 mehrfach sowohl in Norwegen als auch in den USA getroffen haben. In einer Mail aus dem Jahr 2013 soll die Kronprinzessin Epstein dem Sender NRK zufolge gefragt haben, ob er sie nicht bald besuchen komme. «Ich vermisse dich, mein verrückter Freund», schrieb sie demnach.
weder Kronprinz Haakon noch sein Vater König Harald V. haben sich zunächst zu den Berichten über die Kronprinzessin geäußert. Haakon und Mette-Marit haben im Jahr 2001 geheiratet. Seitdem unterstützt der zukünftige König seine Frau – auch im Skandal um ihren Sohn aus einer früheren Beziehung, Marius Borg Høiby. Der 29-Jährige wird in Oslo unter anderem wegen Vergewaltigung, Misshandlung, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verstößen gegen Besuchsverbote vor Gericht gestellt. Er ist in 38 Punkten angeklagt.








