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Oder-Hochwasser: Höchste Alarmstufe in Ratzdorf erwartet

In Ratzdorf wächst die Anspannung, die Scheitelwelle wird erwartet. Eine Hochwasser-Schutzwand soll helfen, das Dorf abzuschirmen.

In Ratzdorf ist heute mit Hochwasser-Alarmstufe 4 zu rechnen.
Foto: Patrick Pleul/dpa

Das große Aufräumen läuft in den meisten vom Hochwasser betroffenen Regionen in Mittel- und Südosteuropa. In Brandenburg gibt es noch keine Entwarnung: Die Scheitelwelle des Oder-Hochwassers bewegt sich weiter flussabwärts. In Ratzdorf (Oder-Spree) wird um 15.00 Uhr die höchste Alarmstufe 4 erwartet, wie es im Lagebericht des Landkreises Märkisch-Oderland heißt.

Die Behörden rechnen am Mittwoch mit dem höchsten Pegelstand, wie eine Sprecherin der Kreisverwaltung Oder-Spree mitteilte. Prognosen sagen über 6 Meter vorher. Am Montag wurde eine rund 152 Meter lange und ein Meter hohe Hochwasser-Schutzwand errichtet.

Oder und Neiße fließen hier zusammen

Die Wassermassen werden voraussichtlich einige Tage bleiben, und die Behörden erwarten nicht vor Freitag um 9.00 Uhr ein Unterschreiten der Alarmstufe 4. Ratzdorf befindet sich am Zusammenfluss von Oder und Neiße, etwa 40 Kilometer südlich von Frankfurt (Oder).

Für den Abschnitt des Pegels Frankfurt (Oder) wird erwartet, dass um 17.00 Uhr die Alarmstufe 3 erreicht wird. Bei Alarmstufe 3 können einzelne Grundstücke, Straßen und Keller überflutet werden. Deichläufer sind dann im Dauereinsatz, um die kilometerlangen Schutzanlagen zu kontrollieren und Schäden zu melden. Bei der höchsten Stufe 4 geht es um die Katastrophenabwehr, dazu gehört auch die Vorbereitung von Evakuierungen. Es können größere Flächen überflutet werden – auch in bebauten Gebieten.

Reaktion auf Hochwassertourismus 

Die Stadt Frankfurt verbietet das Betreten der Deiche zum Schutz vor Hochwasser. Die Stadtverwaltung begründete diesen Schritt damit, dass in den letzten Tagen Hunderte von Schaulustigen zum Oderufer gekommen seien, um den langsam steigenden Wasserpegel zu beobachten. Jetzt dürfen die Deiche nur noch von Einsatzkräften im Rahmen der Hochwasserbekämpfung betreten oder befahren werden. Gemäß einem Stadtsprecher droht bei Verstoß gegen das Verbot eine Strafe ab 50 Euro.

Dem Lagezentrum des Landesamtes für Umwelt bereiten nach eigenen Angaben «Souvenirjäger» Sorgen. Teile an der Spundwand in Frankfurt seien gestohlen worden, hieß es. Die Polizei wurde darum um verstärkte Kontrollen gebeten.

Alarmzustand im polnischen Nowa Sol

In Polen hat die Scheitelwelle des Hochwassers an der Oder die Kleinstadt Nowa Sol rund 90 Kilometer östlich der Grenze zu Deutschland erreicht. Der Wasserstand dort betrage 6,45 Meter, wie das Meteorologische Institut mitteilte. Bei Nowa Sol gilt ab 4,5 Meter Alarmzustand. Die Situation sei aber unter Kontrolle, schrieb Bürgermeisterin Beata Kulczycka in sozialen Medien.

dpa