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Ohne Mbappé: Frankreich-Nullnummer gegen Niederlande

Sie haben viele Chancen, ein Tor fällt nicht für Titelmitfavorit Frankreich. Ohne Superstar Mbappé spielen «Les Bleus» 0:0 gegen Oranje. Das ist für beide allerdings gar nicht so schlecht.

Xavi Simons (r) und die Niederländer trennten sich von den Franzosen um Dayot Upamecano torlos.
Foto: Robert Michael/dpa

Ohne den verletzten Kylian Mbappé konnte Frankreich im EM-Vorrundenkracher gegen die Niederlande nur ein 0:0 erreichen. Der 25-jährige Superstar der Équipe Tricolore saß nach seinem Nasenbeinbruch in Leipzig vier Tage lang auf der Bank und musste hilflos zusehen, wie seine Mitspieler zu viele Chancen vergeben und dann Glück hatten, dass ein Tor der Elftal aufgrund einer Abseitsposition nicht gegeben wurde.

Vor 40.000 Zuschauern versäumten sowohl die Franzosen als auch die Niederländer den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale, obwohl sie beide ihr erstes Spiel gewonnen hatten.

In der anspruchsvollen Gruppe D wird die Entscheidung erst am Dienstag getroffen, wenn Frankreich (4 Punkte) gegen die punktlosen und bereits ausgeschiedenen Polen und die Elftal (4) gegen Österreich (3) spielt. Trotzdem haben beide Favoriten eine sehr gute Ausgangsposition.

Erste Chance der Niederländer nach nicht mal einer Minute

Trotz Maske und Training war es Mbappé dann doch nicht möglich, zu spielen, was nach dem 1:0 gegen Österreich eine Umstellung des Teams erforderte. Trainer Didier Deschamps schickte daher Antoine Griezmann, der diesmal auch Kapitän war, noch weiter nach vorne. Der Edeltechniker wurde dabei von den beiden ehemaligen Bundesliga-Profis Marcus Thuram und Ousmane Dembélé flankiert.

Es waren jedoch nicht die Franzosen, die für die erste starke Szene des Spiels sorgten. Nach nur 57 Sekunden hätten beinahe die Niederländer die Führung übernommen, und das durch eine Bundesliga-Co-Produktion. Xavi Simons von RB Leipzig spielte auf seinem Heim-Terrain den Ball auf Jeremie Frimpong. Der Angreifer von Double-Gewinner Bayer Leverkusen – neu in der Elftal im Vergleich zum 2:1 gegen Polen – scheiterte jedoch an Frankreichs Keeper Mike Maignan.

Griezmann wirbelt, aber trifft nicht

Es blieb turbulent und intensiv – in der Anfangsphase entwickelte sich ein rasantes Spiel mit hohem Unterhaltungswert. Mittendrin immer wieder Griezmann. Zuletzt schon leicht angesäuert, weil er nicht so zentral gespielt hatte, wie er es mag, wirbelte er trotz einer Art Sonderbewachung ordentlich durch die niederländischen Defensivreihen.

Nur im Strafraum funktionierte es nicht: Zuerst konnte er den Torwart Bart Verbruggen nicht überwinden (4.), dann trat er aus sechs Metern in bester Position über den Ball (14.), bevor er kurz darauf knapp daneben zielte (15.) und sogar mit einem Kopfball kurz vor der Pause versuchte, obwohl er nur 1,76 Meter groß ist.

Etwa 30 Minuten lang übten beide Teams Druck aus, nach der sehr frühen Chance von Frimpong hatten die Niederländer in der 16. Minute die zweite starke Szene. Doch auch gegen Cody Gakpo war Maignan zur Stelle. Auf diesem hohen Niveau kam es jedoch nicht zu weiteren Aktionen, es traten immer wieder Abspielfehler auf beiden Seiten auf, bevor es in die Pause ging.

Franzosen vergeben zu viele Chancen

Auch nach dem Wiederanpfiff war Mbappé nicht auf dem Spielfeld, beide Trainer wechselten nicht. Als Deschamps sechs Spieler zum Aufwärmen schickte, war er nicht dabei. Die Niederländer begannen stärker zu werden. Das Niveau der Anfangsphase wurde nicht erreicht, aber es gab dennoch Chancen – vor allem für die zunehmend stärker werdenden Franzosen: In der 60. Minute für Thuram, drei Minuten später für den neu in die Startelf gerückten Aurélien Tchouaméni. Und nicht einmal 120 Sekunden später war es erneut Griezmann, der den Ball nicht versenkte, gefolgt von Dembélé, der nicht präzise genug zielte.

Stattdessen traf Simons. Und das vor der Kurve der Oranje-Fans. Der Jubel kam jedoch zu früh. Die Szene wurde vom Videoschiedsrichter überprüft. Es flogen Bierbecher. Es dauerte mehr als zwei Minuten, bis feststand: Kein Tor. Teamkollege Denzel Dumfries stand im Abseits, da er Frankreichs Torhüter im Weg gestanden hatte. Es blieb beim 0:0 – dem ersten bei diesem Turnier.

dpa