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Olympia-Eröffnung auf der Seine: Fokus auf Sicherheit

So einen Startschuss hat es noch nie gegeben: Erstmals werden die Olympischen Spiele auf einem Fluss statt in einem Stadion eröffnet. Das bringt auch besondere Sicherheitsvorkehrungen mit sich.

Zehntausende Polizisten und Gendarmen schützen die Eröffnungszeremonie.
Foto: Marcus Brandt/dpa

Ein gesperrter Luftraum, Zehntausende Sicherheitskräfte, riesige Absperrungen in Paris: Die einmalige Olympia-Eröffnungszeremonie mitten auf der Seine ist nicht nur ein besonderes Spektakel, sondern auch eine Herausforderung in puncto Sicherheit.

Es sind 45.000 Polizisten und Gendarmen im Einsatz, um die Eröffnung zu sichern, an der mehr als 100 Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter teilnehmen werden. Außerdem sind Tausende Soldaten und Einsatzkräfte aus verschiedenen anderen Ländern beteiligt.

Ab 13.00 Uhr wird die gesamte Seine großräumig abgeriegelt. Viele Ufernahen Metrostationen werden geschlossen. Nur diejenigen, die in der Gegend wohnen oder untergebracht sind oder ein Ticket für die Zeremonie haben, dürfen in den Sicherheitsbereich.

Schutz am Boden, im Wasser und in der Luft

Am Abend wird dann auch der Luftraum um Paris zugemacht – in einem Umkreis von 150 Kilometern. Der Sportzeitung «L’Équipe» zufolge bleiben den Sicherheitskräften bei einem solch großen Gebiet zehn Minuten, um zu reagieren, sollte ein verdächtiges Flugzeug gesichtet werden. Zum Schutz gegen Drohnen werden spezielle Störsender eingesetzt.

«Nach der Eröffnungszeremonie werden wir, wenn alles so gut wie möglich läuft, weniger über Sicherheit und mehr über Sport reden», sagte Frankreichs geschäftsführender Innenminister Gérald Darmanin. «Ich kümmere mich um die Sicherheit, die anderen um die Medaillen.»

Die Boote der Athletinnen und Athleten werden laut «L’Équipe» von Hundestaffeln und Tauchern untersucht. Im Wasser sollen zudem Sonargeräte und spezielle Barrieren für Schutz sorgen.

Sechs Kilometer über die Seine

Die Zeremonie beginnt um 19.30 Uhr und wird voraussichtlich bis 23.15 Uhr dauern. Der Start erfolgt an der Pont d’Austerlitz und führt dann in westlicher Richtung bis zum Trocadéro am Eiffelturm. Die Parade passiert viele Sehenswürdigkeiten, darunter den Louvre und die Kathedrale Notre-Dame.

Die mehr als 200 Delegationen werden auf 94 Booten die Seine entlang fahren. Die Strecke beträgt sechs Kilometer. Das siebte Boot gehört den deutschen Teams. Die deutsche Fahne wird von Judoka Anna-Maria Wagner und Basketballer Dennis Schröder getragen.

Das Organisationsteam verspricht eine große Show. Es ist jedoch noch unklar, wer bei dem Spektakel auftreten wird. Gerüchten zufolge könnten Lady Gaga und Céline Dion von der Partie sein. Auch wer die Olympische Flamme entzündet und wo dies geschehen wird, ist noch ein Geheimnis.

Etwa 300.000 Zuschauer werden die Parade direkt an den Ufern der Seine bestaunen. Bundeskanzler Olaf Scholz wird unter den etwa 120 offiziellen Staats- und Regierungsvertretern sein.

Wer die Zeremonie aus Deutschland verfolgen möchte, hat die Möglichkeit, sie in der ARD und bei Eurosport anzuschauen. In Paris können Fans an verschiedenen Standorten Liveübertragungen im Freien finden.

dpa