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Deutschland verpasst Sieg gegen Dänemark und steht vor Alles-oder-nichts-Duell

Am Mittwoch geht es gegen Frankreich um den Einzug ins EM-Halbfinale. Ein Remis reicht nach Frankreichs Patzer gegen Spanien.

Spielt bei dieser EM auch um seinen Job: Bundestrainer Alfred Gislason.
Foto: Sina Schuldt/dpa

Die Handballer aus Deutschland haben ihre erste Chance im Kampf um das EM-Halbfinale vergeben und konnten den ersten Sieg gegen den Topfavoriten Dänemark seit zehn Jahren nicht einfahren. Trotz eines anfänglich starken Auftritts unterlag das Team von Bundestrainer Alfred Gislason dem Olympiasieger und Weltmeister mit 26:31 (12:13) und steht nun vor einem Alles-oder-nichts-Duell.

Am Mittwoch (18.00 Uhr/ZDF/Dyn) spielt Deutschland gegen Titelverteidiger Frankreich, um in die Vorschlussrunde einzuziehen. Da Frankreich überraschend mit 32:36 gegen Spanien verloren hat, reicht Deutschland ein Unentschieden.

Gegen Dänemark waren sechs Tore von Deutschlands bestem Werfer Renars Uscins zu wenig, um den Großteil der 15.000 Zuschauer in der «Hölle von Herning» zum Schweigen zu bringen. Die Durststrecke gegen die Skandinavier hält damit an: Den letzten Pflichtspielsieg gegen die Dänen feierte Deutschland im Januar 2016.

Erinnerungen ans Wunder von Lille

Deutschland und Dänemark haben vor dem Abschluss der zweiten Turnierphase jeweils 6 Pluspunkte. Frankreich liegt dahinter mit 4 Punkten, gefolgt von Portugal und Norwegen mit je 3 Punkten sowie Spanien mit 2 Punkten. Nur die beiden Erstplatzierten kommen ins Halbfinale.

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Deutschland gewann das letzte Treffen mit Frankreich. Bei den Olympischen Spielen 2024 schien die Équipe Tricolore im Viertelfinale bereits als sicherer Sieger, bis Renars Uscins den Gastgeber fast alleine entzauberte und Deutschland in der Verlängerung das Handball-Wunder von Lille bescherte.

Wolff zunächst auf der Bank

Aufgrund eines unerwarteten Wechsels im deutschen Tor mussten die Zuschauer 50 Minuten auf das Giganten-Duell zwischen Andreas Wolff und Emil Nielsen warten. Gislason schickte David Späth aufs Spielfeld, der zu Beginn einige Würfe von Matthias Gidsel passieren lassen musste. Vier der ersten sechs Treffer gingen allein auf das Konto des Ausnahmehandballers von den Füchsen Berlin.

Dennoch leistete Deutschland deutlich mehr Gegenwehr als in den vorherigen Duellen bei der WM und Olympia. Nach 20 Minuten lag der Außenseiter nur mit 8:10 hinten. Und das, obwohl man erneut Chancen ausließ und teils an Nielsen verzweifelte. Vor allem Uscins strahlte viel Torgefahr aus. DHB-Spielmacher Juri Knorr enttäuschte hingegen schon wieder.

Mit dem Pausenpfiff vergab Nils Lichtlein einen Siebenmeter zum möglichen 13:13. «Wir können sehr stolz auf unsere Leistung sein», befand Kreisläufer Justus Fischer zur Halbzeit.

Die Latte ist im Weg

Dänemark zitterte und war zu Beginn weit entfernt von einer perfekten Leistung. In der Nähe der Halbzeitpause blieben die Gastgeber neun Minuten lang ohne eigenen Treffer, was Deutschland jedoch nicht ausnutzen konnte. Julian Köster oder Marko Grgic hatten in diesem Zeitraum kein Glück beim Wurf – der Ball prallte zu oft an die Latte.

Dänemark nutzte eine kurze Phase in doppelter Überzahl, um 20 Minuten vor Spielende auf 17:14 davonzuziehen. Dann fiel Deutschland auseinander: Nielsen hielt im dänischen Tor gefühlt alles, was ihm entgegenflog. Im Angriff erzielten Gidsel und Simon Pytlick wichtige Tore und plötzlich lag Deutschland 16:23 hinten. Das Spiel war entschieden. Daran änderte auch Wolffs Einwechslung und wackere Gegenwehr bis zum Ende nichts mehr.

dpa