Starke Regenfälle und volle Stauseen setzen Portugal weiter zu. Die Regierung verlängert den Notstand, es kommt zu Überschwemmungen und Erdrutschen.
Portugal kämpft mit neuen Unwettern und übervollen Stauseen

Nach dem schweren Atlantiksturm «Kristin» und angesichts weiterer Regenfälle haben die Behörden in Portugal große Mengen Wasser aus übervollen Stauseen abgelassen. Binnen zwei Tagen seien rund 500 Millionen Kubikmeter Wasser kontrolliert in Flüsse geleitet worden, berichtete der staatliche TV-Sender RTP unter Berufung auf die Umweltbehörde. Das entspreche dem Verbrauch im Großraum von Lissabon mit seinen drei Millionen Einwohner in drei Jahren.
Nahezu alle Flüsse in dem Land sind bereits über die Ufer getreten und es wird erwartet, dass in den nächsten Tagen weitere Unwetter mit Regen auftreten. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen hat die Regierung den Ausnahmezustand im ganzen Land bis zum kommenden Sonntag verlängert, an dem auch die Stichwahl für das Präsidentenamt stattfindet.
Das kürzlich entstandene Tiefdruckgebiet, das in der Nacht auf Montag über den Südwesten Europas zog, führte zu starken Niederschlägen. Aufgrund der vorherigen Stürme sind die Böden jedoch bereits stark gesättigt und können kaum noch Wasser aufnehmen.
Mehrere Regionen waren von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen, was den Straßen- und Bahnverkehr beeinträchtigte. An den Küsten herrschte aufgrund stürmischer Winde und hohen Wellengangs die zweithöchste Alarmstufe Orange.
Behörde registriert über 260 Einsätze
Die Behörde für Katastrophenschutz ANEPC verzeichnete zwischen Mitternacht und Montagmorgen 263 Einsätze aufgrund des Unwetters, hauptsächlich in der Region Lissabon und dem Tejo-Tal, wie die staatliche Nachrichtenagentur Lusa berichtete. Umgefallene Bäume, Überschwemmungen, Gebäudeschäden und Erdrutsche waren die häufigsten Ursachen.
Über neue Opfer wurde zunächst nichts mitgeteilt. Allerdings waren bei dem Sturm «Kristin» am vergangenen Mittwoch mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Und seither gab es bei Aufräumarbeiten drei weitere Tote und Hunderte Verletzte.








