Am ausverkauften Bergisel erleben 21.125 Zuschauer eine packende Skisprung-Show. Den Sieg sichert sich ein Japaner. Zwei deutsche Sprung-Größen stecken weiter in der Krise.
Prevc verteidigt Führung bei Tournee – Hoffmann wird Fünfter

Erstmals geschlagene Domen Prevc fliegt dem Sieg bei der Vierschanzentournee entgegen. Die deutschen Top-Skispringer müssen sich weiterhin mit Nebenrollen begnügen: Prevc machte mit seinem zweiten Platz in Innsbruck den nächsten Schritt zum großen Triumph beim Traditionsevent. Felix Hoffmann belegte als bester Deutscher mit Sprüngen auf 126,5 und 130,5 Meter den fünften Rang. Philipp Raimund wurde Zwölfter.
Im spannenden Wettkampf sicherte sich der Japaner Ren Nikaido den Sieg. Stephan Embacher aus Österreich wurde Dritter. Vor dem großen Finale in Bischofshofen führt Prevc mit 41,4 Punkten vor seinem ersten Verfolger Jan Hörl. Mehr als 40 Punkte Vorsprung hatte zu diesem Zeitpunkt zuletzt der Japaner Ryoyu Kobayashi im Jahr 2019. Er gewann dann auch den goldenen Adler.
Prevc gewann beide Stationen in Deutschland
An einem kalten Tag mit strahlendem Sonnenschein kamen 21.125 Zuschauer zum Bergisel. Im ausverkauften Stadion hoch über der Innenstadt von Innsbruck und gegenüber der imposanten Nordkette feierten sie ein großes Skisprungfest.
Prevc sprang 129,5 und 128 Meter weit. Sieger Nikaido landete nach 131 und 128 Metern. Obwohl Prevc nicht mehr als vierter Sportler nach Sven Hannawald, Kamil Stoch und Kobayashi alle vier Springen bei einer Tournee gewinnen kann, prägt er die 74. Ausgabe seit dem ersten Tag.
In Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen gewann er jeweils hoch überlegen. Nach Innsbruck war der «verrückte Vogel», wie ihn Ex-Springer und Eurosport-Experte Markus Eisenbichler nannte, mit einem gigantischen Vorsprung von umgerechnet rund 20 Metern auf den zweitplatzierten Hörl gereist.
Schwäche wiederholt sich nicht
Der 26-Jährige zeigte erstmals eine Schwäche in der Qualifikation am Bergisel. Bei sehr schweren Bedingungen mit Rückenwind sprang der Mann, der mit einem Flug auf 254,5 Meter den Weiten-Weltrekord hält, nur 112 Meter weit. Prevc belegte damit den 30. Platz.
«Es ist zumindest mal schön zu sehen, dass er keine Maschine ist und nicht einfach jeden Sprung bei egal welchen Bedingungen runterzaubern kann», sagte Raimund danach. Als es im Wettkampf darauf ankam, lieferte Prevc dann aber wieder wie gewohnt.
Wellinger und Geiger weiter in der Krise
Während Hoffmann und Raimund auf einem sehr guten Weg sind, um ihr bestes Tournee-Ergebnis zu erzielen, haben die Erfolgsgaranten früherer Tage weiterhin Probleme mit ihrer Form. Andreas Wellinger und Karl Geiger sind derzeit weit von der Weltspitze entfernt. Beide schieden bereits im ersten Durchgang aus. Geiger belegte den 31. Platz, Wellinger den 37. Platz. Pius Paschke sprang auf den 28. Rang.
Wie schlecht es gerade läuft, verdeutlichte Geiger mit seiner Reaktion. Mit seinem Sprung auf 121 Meter war der Oberstdorfer gar nicht mal unzufrieden. «Ich hoffe, dass die Richtung die richtige ist und dann wird es auch irgendwann wieder besser werden», sagte der 32-Jährige im ZDF.
Die Springer setzen ihre Tournee am Montag fort. Die Qualifikation in Bischofshofen beginnt um 16.30 Uhr (ARD und Eurosport). Seit Sven Hannawald im Jahr 2002 gab es keinen deutschen Einzelsieg mehr zum Abschluss der Tournee.








