Der Angeklagte wird beschuldigt, eine Feuerwerksrakete in eine Wohnung geschossen zu haben, was zu Sachschäden führte. Das Video des Vorfalls wurde millionenfach angesehen.
Influencer vor Gericht wegen Raketenwurf in Wohnung
Sein Raketenschuss in der Silvesternacht hat Empörung ausgelöst – nun steht der Influencer in Berlin vor Gericht (heute 9.30 Uhr). Der 23-Jährige wird beschuldigt, eine Feuerwerksrakete gezielt in eine Wohnung in Berlin-Neukölln abgefeuert und ein Video davon auf seinem Instagram-Account veröffentlicht zu haben.
Die Anklage beschuldigt den Mann aus dem Westjordanland der versuchten schweren Brandstiftung, der versuchten gefährlichen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Das Landgericht Berlin hat bisher insgesamt vier Prozesstage bis zum 16. April geplant. Erste Zeugen sollen bereits am ersten Verhandlungstag von den Richtern befragt werden.
Influencer am BER festgenommen
Der Beschuldigte wurde am 4. Januar am Hauptstadtflughafen BER festgenommen, als er Deutschland verlassen wollte. Seitdem bleibt der 23-Jährige aufgrund von Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft macht der Mann bisher keine Angaben zu den Vorwürfen.
Laut Staatsanwaltschaft landete die Feuerwerksrakete damals in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses. Dabei wurden das Bett und die Tapete im Schlafzimmer beschädigt. Der Wohnungsinhaber warf die brennenden Überreste der Rakete schnell aus dem Fenster und verhinderte so ein Übergreifen des Feuers auf die Wohnung. Es gab keine Verletzten.
Video von Aktion gelöscht
Die Staatsanwaltschaft berichtete, dass die Aufnahme auf dem Instagram-Account des arabischen Influencers mit über 310.000 Followern innerhalb kurzer Zeit mehr als sechs Millionen Mal angesehen wurde. Trotzdem wurde sie nach mehr als 36 Stunden gelöscht. Jedoch wurde der Mitschnitt von Nutzern auf der Plattform X weiterverbreitet. Viele Leute verurteilen die Aktion. Der Influencer veröffentlichte einen Beitrag, in dem er sich bei den Betroffenen entschuldigte.
Dem 23-Jährigen sei es bei der Tat vor allem darum gegangen, ein möglichst großes mediales Interesse auf sich zu ziehen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Die Anklage geht davon aus, dass er dabei «rücksichtslos und aus Eigennutz» die Gesundheit und das Eigentum anderer Menschen seinem eigenen Interesse unterordnete.
Durchsuchungen nach Silvester-Straftaten
In Berlin gab es auch dieses Jahr zu Silvester zahlreiche Vorfälle. Die Polizei hat über 1.500 für Silvester typische Straftaten registriert. Bisher sind 89 Fälle bei der Berliner Staatsanwaltschaft gelandet, wie ein Behördensprecher auf Anfrage bestätigte. Die Polizei ermittelt noch in den meisten Fällen.
Ein Teil davon sind aufwendige Recherchen. In der vergangenen Woche führten sie zu einer Razzia bei acht Verdächtigen im Alter von 20 bis 25 Jahren. Die Männer sollen die Explosion einer Kugelbombe in Berlin-Schöneberg verursacht haben. Autos und Häuserfassaden wurden beschädigt, viele Fensterscheiben zerbrachen. Fünf Menschen wurden durch umherfliegende Glassplitter verletzt, zwei erlitten Knalltraumata.
Die Polizei hat einen 17-Jährigen als mutmaßlichen Täter ermittelt, nachdem ein siebenjähriger Junge bei der Explosion einer illegalen Kugelbombe in Berlin-Tegel lebensgefährlich verletzt wurde.