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Deutsche Handballer siegen gegen Portugal und steigern EM-Chancen

Wolff und Schluroff glänzen, Deutschland steht mit vier Punkten vielversprechend da, spannende Spiele voraus gegen Norwegen, Dänemark und Frankreich.

Torhüter Andreas Wolff ist Deutschlands bester Mann gegen Portugal.
Foto: Sebastian Elias Uth/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa

Angeführt von Torhüter Andreas Wolff haben die deutschen Handballer einen erfolgreichen Start in die Hauptrunde hingelegt und ihre Chancen auf das EM-Halbfinale deutlich verbessert. Die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason setzte sich trotz vieler Fehler gegen Portugal mit 32:30 (11:11) durch und revanchierte sich für die bittere Niederlage im WM-Viertelfinale vor einem Jahr. Damals hatte das DHB-Team eine dramatische Partie erst nach Verlängerung verloren.

„Mit sieben Toren war EM-Neuling Miro Schluroff, der erst nach der Pause kam, bester DHB-Werfer vor 6.145 Zuschauern. Wolff verzeichnete über zehn Paraden. Deutschland hat nun in der Sechsergruppe vielversprechende vier Punkte. Die beiden Erstplatzierten ziehen in die Vorschlussrunde ein.“

Im Kampf um den Halbfinaleinzug warten auf die deutsche Riege nun weitere «Hitchcock-Klassiker» im Zwei-Tages-Rhythmus, wie Teammanager Benjamin Chatton die «Todesgruppe» bezeichnet hatte. Samstag (20.30 Uhr) geht es gegen Norwegen, Montag (20.30 Uhr) gegen Olympiasieger Dänemark und am Mittwoch (18.00 Uhr) gegen Titelverteidiger Frankreich. 

Fehlstart und frühe Auswechslung für Knorr

Portugal hatte Dänemark zum Abschluss der Vorrunde die erste Niederlage in Herning seit 2014 beigebracht und begann entsprechend siegessicher das Spiel. Auch Glanzparaden von Torhüter Andreas Wolff konnten nicht verhindern, dass Deutschland einen ähnlich schlechten Start wie im Vorjahr hatte. Insbesondere Spielmacher Juri Knorr und Julian Köster verschwendeten Angriff um Angriff.

«Dieses Spiel lebt nur von unseren Fehlern. Bitte spielt einfach unser ganz normales Spiel», flehte Gislason in einer frühen Auszeit und wechselte durch. Nils Lichtlein übernahm die Rolle des Siebenmeterschützen und Regisseurs, agierte aber oft ungenau bei seinen Abspielen. Deutschland hatte Glück, dass auch Portugal weit weg von seiner Topform war, Großchancen vergab und von der 19. bis 28. Minute keinen Treffer erzielte.

Vor allem das portugiesische Brüder-Duo Francisco und Martim Costa hatte man bis dahin gut im Griff. Das Unentschieden zur Pause war nach einem fehlerbehafteten Spiel leistungsgerecht. «Dafür ist das Ergebnis noch ziemlich gut», sagte Kreisläufer Justus Fischer am ARD-Mikrofon angesichts der langen Fehlerkette im eigenen Spiel zur ungewohnt frühen Anwurfzeit. 

Schluroff mit Hochgeschwindigkeits-Handball

Nach dem Anpfiff sollte Schluroff mit seinen Hochgeschwindigkeitswürfen aus dem Rückraum das Spiel entscheiden. Mit seinem dritten Tor brachte der Gummersbacher sein Team mit 16:15 in Führung. Es waren die individuellen Aktionen des 25-Jährigen, die hervorstachen. Deutschland agierte weiterhin fehlerhaft im Kollektiv.

Gislason war an der Seitenlinie wütend. Weder mit dem eigenen Spiel noch mit der Schiedsrichterleistung war der Isländer zufrieden. Trotzdem führte Deutschland zehn Minuten vor Spielende mit 23:22, dank Wolffs Weltklasse-Paraden. Der 34-Jährige sicherte den Sieg bis zum Schluss. Auch die Rote Karte für Kapitän Johannes Golla änderte daran nichts mehr.

dpa