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Rekordauftrag für Rheinmetall nach Ukraine-Krieg

Rheinmetall erhält Rahmenvertrag über Artilleriemunition im Wert von bis zu 8,5 Milliarden Euro – größter Auftrag in Firmengeschichte.

155-Millimeter Artelleriemunition wird bei Rheinmetall gefertigt.
Foto: Philipp Schulze/dpa

Rheinmetall hat aufgrund des Ukraine-Krieges den größten Auftrag seiner Firmengeschichte erhalten. Am Donnerstag gab das Unternehmen in Düsseldorf bekannt, dass es von der Bundeswehr einen Rahmenvertrag für Artilleriemunition im Wert von bis zu 8,5 Milliarden Euro erhalten hat.

Der Rahmenvertrag, der seit Juli 2023 besteht, hatte einen Maximalwert von rund 1,3 Milliarden Euro, wurde nun jedoch um etwa 7,2 Milliarden Euro aufgestockt. Die genaue Anzahl der bestellten Geschosse, die eine Reichweite von 40 Kilometern und ein Kaliber von 155 Millimetern haben, wurde nicht genannt – es dürften jedoch mehrere Millionen sein. Die Produktion erfolgt hauptsächlich im niedersächsischen Unterlüß. Zudem verfügt Rheinmetall über Fertigungskapazitäten für Artilleriemunition in Spanien, Südafrika und Australien.

Munition soll Lager der Bundeswehr füllen

Die Munition, auf die sich die Vereinbarung bezieht, soll die ziemlich leeren Lager der Bundeswehr füllen. Zudem sollen die deutschen Verbündeten Niederlande, Estland und Dänemark an dem Auftrag teilhaben. Ein großer Teil der Volumina soll an die Ukraine gehen. Das von Russland angegriffene Land hat bereits mehrere Munitionslieferungen aus Deutschland bekommen, künftig sollen weitere Sendungen folgen. «Wir sind dankbar für das große Vertrauen, das sich in dieser langfristigen Beauftragung im Rahmen der Sicherheitsvorsorge der Bundesrepublik und ihrer Verbündeten ausdrückt», sagte Firmenchef Armin Papperger.

Im Februar begann Rheinmetall mit dem Bau eines neuen Werks für Artilleriemunition an seinem größten Standort Unterlüß. Zu dem symbolischen ersten Spatenstich kamen damals auch Bundeskanzler Olaf Scholz und Verteidigungsminister Boris Pistorius (beide SPD). «Die Bundesregierung hält Wort», sagte Papperger, nachdem der jüngste Munitionsgroßauftrag verkündet worden war. «Dieser Rahmenvertrag sichert die erforderliche Auslastung des neuen Werks, das wir an unserem Standort Unterlüß in Niedersachsen zur Munitionsversorgung unserer Streitkräfte entstehen lassen.»

Lieferungen sollen 2025 beginnen

Die Lieferungen aus dem Rahmenvertrag sollen Anfang 2025 beginnen, und diese erste Tranche hat einen Wert von 880 Millionen Euro. Es ist unklar, wie lange der Rahmenvertrag gültig ist, da die im vergangenen Jahr abgeschlossene Vereinbarung eine Laufzeit von sechs Jahren hatte.

Vor dem Ukraine-Krieg produzierte Rheinmetall 70.000 Schuss Artilleriemunition pro Jahr, nach der Erhöhung der Produktionskapazitäten und dem Erwerb des spanischen Konkurrenten Expal ist diese Zahl inzwischen deutlich gestiegen. 2025 sollen es 700.000 sein – Tendenz weiter steigend. Älteren Angaben zufolge könnte dieser Wert 2027 bei 1,1 Millionen Schuss pro Jahr liegen.

Rheinmetall ist der größte deutsche Hersteller von Waffen, der Panzer, Militär-Lkw und Geschütze produziert. Darüber hinaus gibt das Unternehmen an, der größte Hersteller von Nato-Großkalibermunition zu sein. Das Unternehmen gehört zu den Nutznießern des 100 Milliarden Euro schweren Sondervermögens, das die Bundesregierung als Reaktion auf den russischen Angriff im Jahr 2022 auf den Weg gebracht hat.

dpa