Mondreisen für Politiker, Reime und ein Orden: Die Ministerin nutzt die Karnevalsbühne für eine Botschaft an die Kritiker von Kanzler Merz in der «Stadtbild»-Debatte.
Dorothee Bär mit Orden wider den tierischen Ernst geehrt

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat bei einer Karnevalssitzung in Aachen den Orden wider den tierischen Ernst bekommen – und ihre Rede für einen Kommentar zur von Kanzler Friedrich Merz ausgelösten «Stadtbild»-Debatte genutzt.
Die Politikerin der CSU, die auch Bundesministerin für Raumfahrt ist, fragte auf der Bühne, welcher Politiker möglicherweise für eine Mondreise geeignet wäre. Schließlich erwähnte sie in ihrer Reimform-Rede Merz (CDU).
«Wäre ein Sauerländer auf dem Mond, okay? Grundsätzlich ja, nur der Kanzler nicht, denn wir brauchen auf Erden sein Gewicht», reimte die 47-Jährige. Für US-Präsident Donald Trump finde Merz «die richtigen Töne» und er sage «nicht nur das Schöne». Dann ergänzte sie: «Das Wort „Stadtbild“ stört wenig, wenn das Weltbild stimmt.»
Debatte aus dem vergangenen Jahr – nun im Karneval
Die «Stadtbild»-Debatte war im Oktober 2025 durch eine Äußerung von Merz ausgelöst worden. Er hatte gesagt, die Bundesregierung korrigiere frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik und mache Fortschritte, «aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem». Wen er meinte, war zunächst offen geblieben. Später konkretisierte Merz, Probleme machten jene Migranten, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus hätten, nicht arbeiteten und sich nicht an die in Deutschland geltenden Regeln hielten. Die Äußerungen hatten Zustimmung gefunden, aber auch massive Kritik ausgelöst.
Der Orden wider den tierischen Ernst wird seit 1950 vom Aachener Karnevalsverein (AKV) verliehen und soll «Humor und Menschlichkeit im Amt» würdigen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem die Bundeskanzler Konrad Adenauer (1959) und Helmut Schmidt (1972).
Die Laudatio auf Bär hielt Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), der Ausgezeichnete des vergangenen Jahres. Er würdigte seine Kabinettskollegin als Mensch, der Freude ausstrahle, «ohne den Ernst der Lage zu leugnen.»








