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Riesiger Überweisungsfehler bei Kryptowährung – 44 Milliarden Dollar versehentlich an Kunden

Bei einer spektakulären Panne hat eine Kryptobörse versehentlich Vermögenswerte im Wert von rund 44 Milliarden US-Dollar an Kunden ausgezahlt. Der Fehler sorgte weltweit für Aufsehen und wirft erneut Fragen zur Sicherheit und Kontrolle digitaler Finanzplattformen auf.

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Foto: NF24 / KI

In einem spektakulären Pannefall hat die südkoreanische Kryptowährungsbörse Bithumb aus Versehen Bitcoins im Wert von rund 44 Milliarden US-Dollar an ihre Kunden verteilt. Ursprünglich sollte im Rahmen einer Werbeaktion lediglich eine geringe Prämie ausgezahlt werden – doch aufgrund eines technischen Fehlers erhielten zahlreiche Nutzer große Mengen der Kryptowährung. Der Vorfall führte zu Turbulenzen auf dem Markt und wirft Fragen zur Sicherheit und Kontrolle bei digitalen Finanzplattformen auf.

Versehentliche Ausschüttung statt Mini-Prämien

Bithumb hatte geplant, im Rahmen eines Bonusprogramms kleinen Belohnungen in Höhe von etwa 2 000 koreanischen Won (umgerechnet rund 1,37 US-Dollar) an ausgewählte Nutzer auszuzahlen. Stattdessen wurden einigen Kunden versehentlich mindestens 2 000 Bitcoins gutgeschrieben – was bei den aktuellen Kursen einen Wert von insgesamt etwa 44 Milliarden US-Dollar hatte.

Insgesamt waren rund 620 000 Bitcoin betroffen, die irrtümlich verteilt wurden. Die Betroffenen hatten Zugang zu den virtuellen Coins und hätten sie theoretisch handeln können. Bithumb reagierte schnell, schränkte innerhalb von rund 35 Minuten sowohl den Handel als auch Auszahlungen ein und konnte anschließend 99,7 Prozent der fälschlich ausgegebenen Bitcoins zurückholen.

Kein Hack, sondern technischer Fehler

Die Börse betonte, dass es sich nicht um einen Cyberangriff oder eine Sicherheitslücke in ihrem System handle, sondern um einen internen Fehler bei der Durchführung der Promotionsauszahlung. Die Verantwortlichen erklärten, dass es keine Hinweise auf mangelhafte Konto- oder Vermögensverwaltung gebe.

Kurzfristige Auswirkungen auf Bitcoin-Preis

Der Zwischenfall wirkte sich kurzfristig auf den Bitcoin-Kurs aus. Binnen kurzer Zeit kam es zu einem starken Preisrückgang von etwa 17 Prozent auf der betroffenen Handelsplattform, bevor sich der Kurs wieder erholte. Die schnelle Rückholung der Coins trug dazu bei, größere Marktverwerfungen zu verhindern.

Reaktionen und offene Fragen

Der Vorfall sorgt international für Aufmerksamkeit. Insbesondere in der Finanz- und Kryptoszene wird darüber diskutiert, wie eine derart gravierende Fehlverteilung überhaupt möglich war und welche technischen Kontrollen in Zukunft erforderlich sind, um ähnliche Pannen zu verhindern. Kritiker sehen darin nicht nur ein Problem der Bithumb-Plattform, sondern einen Hinweis darauf, dass im Hochfrequenz-Finanzverkehr besser automatisierte Risikokontrollen implementiert werden müssen.

Bedeutung im Kontext digitaler Finanzsysteme

Solche Pannen sind selbst in traditionellen Finanzsystemen nicht völlig unbekannt – schon Banken haben in der Vergangenheit Milliardenbeträge irrtümlich überwiesen. Doch in der volatilen Welt der Kryptowährungen können selbst kurzzeitige Verteilungsfehler erhebliche Marktbewegungen auslösen. Dieser Fall gilt als einer der größten versehentlichen Transfers in der Geschichte des Kryptomarkts – und er zeigt, wie wichtig technische Sorgfalt in einem wachstumsstarken, aber komplexen digitalen Finanzumfeld ist.

bh
Quellen: BILD