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Schlag gegen Menschenhandel: 4.400 mögliche Opfer gerettet

Sie werden verschleppt, um sie zur Arbeit zu zwingen und sexuell auszubeuten. Doch Tausende Opfer von Menschenhandel wurden nun gerettet.

Bei dem Schlag wurden Tausende Verdächtige festgenommen. (Archivbild)
Foto: Olivier Chassignole/AFP/dpa

Bei einer internationalen Operation gegen Menschenhandel wurden 4.414 mutmaßliche Opfer gerettet. Viele von ihnen waren bereits an einen anderen Ort verschleppt worden. Interpol, die größte Polizeiorganisation der Welt, teilte mit, dass in einigen Fällen der Menschenhandel verhindert werden konnte. Insgesamt wurden 3.744 Verdächtige festgenommen.

Überschneidungen mit anderen Formen der Kriminalität

Etwa die Hälfte der Festgenommenen wird beschuldigt, Menschenhandel oder den Schmuggel von Migranten begangen zu haben. Die übrigen wurden zwar wegen anderer Vergehen festgenommen, aber da sie die gleichen Netzwerke und Routen benutzten, ist bekannt, dass dadurch Schmuggel verhindert wurde, erklärte Interpol.

Menschenhandel muss als Teil eines größeren Systems der organisierten Kriminalität betrachtet werden. Es gibt Überschneidungen mit dem Drogenhandel, dem Waffenschmuggel oder Fälschungen. «Diese Netzwerke behandeln Menschen als Ware», warnte der Interpol-Direktor für organisiertes Verbrechen, David Caunter.

Insgesamt 133 kriminelle Gruppen, die an Menschenhandel oder Schmuggel von Migranten beteiligt sind, seien bei der rund zweiwöchigen Aktion in 119 Ländern aufgespürt worden. Mehr als 720 Ermittlungen wurden eingeleitet. Die Botschaft ist laut Caunter: «Es gibt keinen sicheren Ort für diejenigen, die Menschen für Profit ausbeuten.»

Zunahme von Zwangsarbeit und neue Routen

Laut Interpol nimmt der Menschenhandel weltweit weiter zu, jedoch verändert er sich. Es ist immer noch weit verbreitet, dass Menschen gehandelt werden, um sexuell ausgebeutet zu werden. Aber auch Zwangsarbeit und der Zwang zu kriminellen Aktivitäten – insbesondere in Zentren, die auf das Abzocken von Menschen im Internet spezialisiert sind – nehmen als Ziele des Menschenhandels deutlich zu. Bei der groß angelegten Aktion stießen die Einsatzkräfte außerdem auf einen achtjährigen Jungen aus Mosambik, den Kriminelle zu entführen versucht hatten, um seine Organe zu entnehmen.

Auch in geografischer Hinsicht stellen die Experten Veränderungen fest. „Früher wurden viele Menschen aus afrikanischen Ländern ins Ausland geschmuggelt, jetzt sieht man auch asiatische und südamerikanische Opfer von Menschenhandel in Afrika.“

dpa