Ein Mann soll seine Ehefrau über Jahre hinweg zu sexuellen Kontakten mit mehr als 100 Männern gezwungen haben. Die Ermittlungen laufen, zahlreiche Beteiligte stehen im Fokus der Justiz. Der Prozess wirft grundlegende Fragen zu Zwang, Ausbeutung und Prostitutionsrecht auf.
Schockierender Missbrauchsfall in Schweden: Ehemann soll Frau an über 100 Männer verkauft haben

In Schweden sorgt gerade ein außergewöhnlich schwerer Missbrauchsfall für großes Aufsehen: Ein Mann in seinen 60er-Jahren steht im Verdacht, seine **Ehefrau über mehrere Jahre hinweg zu sexuellen Handlungen mit mindestens 120 Männern gebracht zu haben. Die Frau hatte sich laut Staatsanwaltschaft selbst an die Polizei gewandt und den mutmaßlichen Täter angezeigt.
Umfangreiche Ermittlungen nach Anzeige der Ehefrau
Der Vorfall ereignete sich offenbar über einen Zeitraum von mehreren Jahren, in denen der Mann systematisch sexuelle Dienste seiner Frau vermittelt haben soll. Neben physischen Treffen sollen diese Kontakte auch über Online-Plattformen organisiert worden sein. Nachdem die Frau die Vorfälle der Polizei gemeldet hatte, wurde der Mann bereits im Oktober 2025 festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Die Staatsanwältin Ida Annerstedt erklärte, dass die Ermittler inzwischen 120 Männer identifiziert hätten, die im Verdacht stehen, sexuelle Dienstleistungen in Anspruch genommen zu haben. Es gilt als wahrscheinlich, dass nicht alle im Rahmen der Hauptuntersuchung belangt werden können; jedoch könnten gegen einzelne Freier spätere Ermittlungen folgen.
Verhalten des Verdächtigen und rechtlicher Rahmen
Dem 60-jährigen Beschuldigten wird vorgeworfen, die Erbringung der sexuellen Dienstleistungen seiner Ehefrau erleichtert oder sich sogar finanziell daran bereichert zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe. Die Staatsanwaltschaft plant, Mitte März 2026 Anklage zu erheben, voraussichtlich wegen schwerer Zuhälterei oder eines verwandten Delikts.
Schwedens Prostitutionsgesetz unterscheidet sich dabei von vielen anderen Ländern: Der Kauf sexueller Dienstleistungen ist verboten, während der Verkauf von Sex an sich nicht strafbar ist. Das bedeutet, dass nicht die Frau, die sexuelle Leistungen erbrachte, sondern primär derjenige, der sie vermittelt und davon profitiert haben soll, im Fokus der Ermittlungen steht.
Aussagen zur Lage der Frau
Berichten zufolge äußerte die Frau gegenüber Behörden, dass sie sich in manchen Fällen unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol befunden habe und sich daher nicht an alle Einzelheiten erinnern könne. Ob und in welchem Umfang sie tatsächlich gegen ihren Willen zu den Handlungen gezwungen wurde, lässt die Staatsanwaltschaft bislang offen und wertet weiterhin Beweise aus.
Mögliche Folgeermittlungen gegen Freier
Einige der identifizierten Männer, die sexuelle Dienste der Frau in Anspruch genommen haben sollen, wurden bereits einzeln angeklagt – in Schweden könnten sie sich wegen des Kaufs verbotener Leistungen verantworten müssen. Angesichts der großen Zahl der involvierten Personen ist damit zu rechnen, dass weitere Ermittlungsverfahren folgen könnten, sobald der Hauptfall abgeschlossen ist.
Gesellschaftliche und rechtliche Bedeutung
Der Fall hat in Schweden und darüber hinaus eine Debatte ausgelöst, wie rechtliche Grauzonen in der Prostitution und sexualisierte Gewalt konsequent geahndet werden können. Politiker und Menschenrechtsorganisationen beobachten den Prozess aufmerksam, da er Fragen zur Strafbarkeit, zum Opferschutz und zur Verantwortung von Freiern aufwirft, besonders in Fällen, in denen Gewalt oder Zwang eine Rolle spielen könnten.








