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Schon wieder Leverkusener Last-Minute-Wahnsinn

Bayer Leverkusen ist schon früh wieder im Rhythmus. Im Auftaktspiel der Bundesliga lässt die Werkself Borussia Mönchengladbach nur wenig Raum – und zeigt erneut die alte Stärke.

Frim.pong sorgte über rechts für Gefahr
Foto: Federico Gambarini/dpa

Erneut hat Meister Bayer Leverkusen mit einem enorm späten Treffer den perfekten Start in die neue Saison gerettet. Nationalspieler Florian Wirtz erzielte am Freitagabend in der Nachspielzeit (90.+11) das entscheidende Tor zum 3:2 (2:0)-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Das Team von Trainer Xabi Alonso bleibt weiterhin ungeschlagen in der Fußball-Bundesliga. Wirtz nutzte den Nachschuss nach einem Foulelfmeter, bei dem er zunächst am Gladbacher Torwart Jonas Omlin gescheitert war.

«Ich hatte einfach Lust, das Spiel zu entscheiden. Ich weiß, dass es am Ende glücklich ist, aber ich will mich nicht beklagen. Wir sind froh, dass wir gewonnen haben», sagte Wirtz beim Streamingdienst DAZN. «Jeder hat Lust darauf, Spiele zu gewinnen und guten Fußball zu spielen.»

Granit Xhaka (12.) und Wirtz (38.) hatten Leverkusen zunächst mit 2:0 in Führung gebracht. Nach Gegentoren von Nico Elvedi (59.) und Tim Kleindienst (85.) schien es zumindest mit dem Sieg für den Double-Gewinner nichts mehr zu werden. Dann aber gelang Bayer vor 54.042 Zuschauern – wie so oft in der vergangenen Saison – ein entscheidendes Tor in der Schlussphase. «Wir haben es uns selber unnötig schwer gemacht», sagte Wirtz.

Die Leverkusener sind jetzt seit 35 aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen unbesiegt, in allen nationalen Wettbewerben sogar in 42. Für die zuversichtlich in die neue Spielzeit gestarteten Gladbacher war es jedoch ein erster Rückschlag. Aufgrund einiger Rauchbomben musste das Spiel nach der Pause für etwa fünf Minuten unterbrochen werden.

Bayer ohne Neuzugänge in der Startelf

Bayer-Coach Xabi Alonso betonte am Donnerstag, dass die Vergangenheit vorbei sei. Am Spieltag stellte er seine Meisterelf ohne Neuzugänge und mit Lukas Hradecky sowie den beiden Ex-Gladbachern Xhaka und Jonas Hofmann vor. Auch Nationalspieler Jonathan Tah war auf dem Platz und agierte als Abwehrchef. Ob sein Wechsel zum FC Bayern München zustande kommt, ist äußerst fraglich. Die drei Neuverpflichtungen Martin Terrier, Aleix Garcia und Jeanuel Belocian blieben alle auf der Bank.

Die Gladbacher, deren Anhänger wie schon vor zwei Jahren mit einem Fanmarsch in Weiß von der Innenstadt bis zum Stadion den Saisonstart gefeiert hatten, entschieden sich dazu, ihren Mittelfeldspieler Manu Koné zu vermissen, der möglicherweise noch in dieser Transferperiode wechseln wird. Borussias Chefcoach Gerardo Seoane, Vorgänger von Alonso in Leverkusen, ernannte Kevin Stöger und Tim Kleindienst zu zwei neuen Spielern in der Startelf.

Verhaltener Jubel nach Traumtor von Xhaka

In dem von Anfang an sehr intensiven Spiel zeigten die Gäste wie erwartet die erfahrenere Spielanlage und kontrollierten das Spiel. Die frühe 1:0-Führung durch Xhaka entstand jedoch eher zufällig, als der Schweizer nach Vorarbeit von Jeremie Frimpong mit einem Direktschuss aus knapp 20 Metern in den Torwinkel traf. Der 31-Jährige, der vier Jahre bei Borussia gespielt hatte, jubelte nach seinem Traumtor nur verhalten. Sechs Minuten später rappelte es kräftig am Gladbacher Torgebälk, als Victor Boniface bei einem Gegenangriff nur die Querlatte traf.

Anschließend zeigten die Gastgeber mehr Mut und hatten durch Kleindienst eine erste gute Torchance, aber gleich darauf fiel der zweite Gegentreffer, der erneut von Frimpong eingeleitet und von Nationalspieler Wirtz mit einem Linksschuss in die kurze Ecke abgeschlossen wurde. Ein Tor von Kleindienst wurde nach einem Videocheck nicht gegeben.

Die Gladbacher konnten dennoch zurückkommen – zuerst mit dem Anschlusstreffer durch Elvedi, der nach einem Kopfballvorlage von Ko Itakura zum 1:2 traf und damit das Spiel offener gestalten konnte. Kleindienst ließ dann die Borussia-Fans erneut jubeln. Es folgte eine spannende Schlussphase mit einer extrem langen Nachspielzeit – und dem glücklichen Ende für Bayer.

dpa