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Schwerer Brand auf Krim-Brücke

Eine kraftvolle Explosionen erschüttert die Krim – mit teils schweren Schäden. Drohen nun russische Angriffe in Kiew?

Die umstrittene Krim-Brücke - dort brannte ein Treibstoff-Waggon.
Foto: Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/dpa/Archivbild

Der Ukraine-Krieg scheint kein Ende nehmen zu wollen. Eine Explosion auf einer Brücke zwischen Russland und Krim erschüttert die Ukraine. Nun werden die Hintergründe der Explosion und des Brandes ermittelt.

Russland hatte schon im Vorfeld von der Einnahme der Brücke gedroht. Werden die Drohungen nun umgesetzt? Und steht schon bald Kiew auf der Abschussliste?

Brand auf ukrainischer Brücke

Auf der Brücke zwischen der von Russland besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim und dem russischen Festland ist nach russischen Behördenangaben ein Brand ausgebrochen. Es brannte dem Anschein nach ein Waggon mit Treibstoff, wie auf in russischen und ukrainischen Medien verbreiteten Fotos am Samstag zu sehen war. Die Fahrbahn auf dem Straßenteil war demnach auch massiv beschädigt. Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Ende Februar kam es mehrfach zu Explosionen auf der Krim mit schweren Schäden, darunter auf Militärstützpunkten.

«Vorläufig gibt es keine Verletzten», sagte der Berater der Krim-Führung, Oleg Krjutschkow, russischen Medien zufolge. Das Feuer soll in einer Zisterne am Ende eines Güterzuges ausgebrochen sein. Die Lokomotive und mehrere Waggons seien nach Kertsch gefahren, hieß es. Die Ursache des Feuers war den Behörden zufolge zunächst unklar. Der Verkehr wurde eingestellt. Geprüft werde eine Fährverbindung, teilte die Regierung in Simferopol mit.

Der russische Präsident Wladimir Putin wies nach Kremlangaben an, eine Kommission zur Untersuchung der Ursachen des Feuers einzusetzen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag der Agentur Interfax zufolge.

Drohungen und Gegendrohungen

Es gab in der Hauptstadt Kiew immer wieder Drohungen, die von Kremlchef Wladimir Putin eingeweihte Brücke zwischen der Halbinsel und dem russischen Festland unter Beschuss zu nehmen. Zuletzt kam es in der Region Kertsch, die auf der Krim direkt an die Brücke grenzt, immer wieder zu Zwischenfällen mit Drohnen, die explodierten.

Russland hatte eindringlich davor gewarnt, die Brücke – ein zentrales strategisches Bauwerk – unter Beschuss zu nehmen und für den Fall auch damit gedroht, Kommandozentralen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ins Visier zu nehmen. Die ukrainische Führung hatte mehrfach schwere Waffen für große Reichweiten aus dem Westen gefordert. Damit sollte dann auch die Brücke zerstört werden, wie es in Kiew hieß.

Mit 19 Kilometern Länge gilt die Krim-Brückenanlage, die eine Autobahn und daneben eine Bahnstrecke hat, als längstes Bauwerk Europas. Kremlchef Putin hatte sie selbst 2018 eröffnet und war auch in einem Zug gefahren. Passagierzüge rollen seit Ende 2019, Güterzüge seit Sommer 2020.

Die Sprecherin des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny teilte ein Video in den sozialen Netzwerken von dem Feuer und den Schäden – und kommentierte, dass es sich wohl um ein Geschenk zum 70. Geburtstag Putins handele. Der Kremlchef hatte das Jubiläum am Freitag in seiner Heimatstadt St. Petersburg begangen.

dpa