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Sloweniens Janza vermasselt dänisches Eriksen-Märchen

1100 Tage nach seinem Herzstillstand meldet sich Dänemarks Mittelfeldstar Christian Eriksen auf der EM-Bühne zurück – und wie. Doch Sloweniens Erik Janza kontert das Tor des 32-Jährigen.

Dänemarks Alexander Bah und Sloweniens Jaka Bijol (r) kämpfen um den Ball.
Foto: Tom Weller/dpa

Erik Janza hat Christian Eriksen die Rückkehr auf die EM-Bühne verdorben. Der dänische Fußball-Star hatte nach 1100 Tagen sein Team gegen Slowenien in Führung gebracht, aber nach Janzas Tor endete das Spiel in Stuttgart 1:1 (0:1).

Die Slowenen traten zunächst sehr defensiv auf, aber Eriksen traf nach einer sehenswerten Vorlage von Jonas Wind in der 17. Minute. Trotz ihrer Überlegenheit gelang es den Dänen nicht, weitere Tore zu erzielen und das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Stattdessen mussten sie in der Schlussphase den Ausgleich hinnehmen (77.). Im zweiten Spiel der Gruppe C treffen sie am Donnerstag auf Vizeeuropameister England, während Slowenien gegen Serbien spielt.

«Wenn er gut spielt, dann spielen wir gut», hatte Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand vor der Partie über Eriksens Rolle gesagt. Der 32-Jährige gebe den Rhythmus vor und sei «das Herz» des dänischen Angriffsspiels. Am 12. Juni 2021 hatte das Herz des Profis von Manchester United im EM-Spiel gegen Finnland jedoch für mehrere Minuten aufgehört, zu schlagen. Nur dank Herzdruckmassagen und eines Defibrillators konnte er auf dem Rasen wiederbelebt werden und später in den Profifußball zurückkehren. Ohne Eriksen waren die Dänen anschließend damals bis ins Halbfinale gestürmt.

Bei seinem Comeback auf der EM-Bühne im Spiel gegen die Slowenen übernahm Eriksen nun direkt die Kontrolle. Er war an fast jedem Spielzug beteiligt. Die Slowenen standen zu Beginn tief und hatten Schwierigkeiten, sich zu befreien. Eine ihrer wenigen und gefährlichsten Chancen in der ersten Halbzeit vergab Benjamin Sesko aus Leipzig mit einem Distanzschuss (16.). Im Gegenzug verwandelte Eriksen eine brillante Hackenvorlage von Wind zum 1:0. Sloweniens Starttorhüter und Kapitän Jan Oblak war chancenlos.

Sein Verbandspräsident Radenko Mijatovic hatte sich vor dem Turnierstart hoffnungsvoll geäußert. «Es ist schon oft vorgekommen, dass kleine Nationalmannschaften überrascht haben. Bei diesen Turnieren ist alles möglich», hatte er gesagt. Für die ganz große Überraschung war die Herangehensweise gerade in der ersten Halbzeit aber noch zu abwartend.

Die Dänen waren über weite Strecken dominierend, während die Slowenen auch im vierten Spiel ihrer EM-Geschichte keinen Sieg verbuchen konnten. Nach dem Seitenwechsel mussten die Skandinavier jedoch mehrmals zittern. Dies geschah zunächst bei einem Duell zwischen Joachim Andersen und Andraz Sporar. Auch nach Überprüfung durch den Videoassistenten entschied Schiedsrichter Sandro Schärer aus der Schweiz, keinen Elfmeter für den Außenseiter zu geben.

In der 65. Minute konnte Dänemarks Sturmhoffnung Rasmus Höjlund nicht an Oblak vorbeikommen und verpasste die Entscheidung. Auf der anderen Seite lenkte Morten Hjulmand Janzas Schuss unhaltbar ab. Zuvor hatten Adam Gnezda Cerin und Sporer dicke Chancen zum Ausgleich vergeben (66./75.). Auch Sesko scheiterte noch am Pfosten (76.).

dpa