Nach Vorwürfen ehemaliger Angestellter stellt Spaniens Justiz das Verfahren gegen Julio Iglesias ein. Die Gerichte sehen sich nicht zuständig für die mutmaßlichen Taten im Ausland.
Spaniens Justiz stellt Verfahren gegen Julio Iglesias ein

Die Untersuchung gegen den Schlager-Weltstar Julio Iglesias wurde von der spanischen Justiz aufgrund fehlender Zuständigkeit eingestellt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Nationalen Gerichtshof in Madrid bestätigte entsprechende Berichte spanischer Medien auf Anfrage.
Das Verfahren wurde eröffnet, nachdem zwei ehemalige Angestellte Anzeige gegen Iglesias wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe und Gewaltanwendung erstattet hatten. Beide Frauen waren in den Häusern des Sängers in der Dominikanischen Republik und auf den Bahamas angestellt. Der 82-jährige Sänger hatte die Vorwürfe energisch zurückgewiesen und die Einstellung des Verfahrens beantragt.
Die Staatsanwaltschaft argumentiert, die spanischen Gerichte seien nicht zuständig. Daher sei die Staatsanwaltschaft des Nationalen Gerichtshofs nicht befugt, die Voruntersuchung der gemeldeten Ereignisse durchzuführen, schrieb die spanische Zeitung «La Vanguardia». Weder seien die genannten möglichen Straftaten in Spanien begangen worden, noch hätten die Klägerinnen oder der Beschuldigte ihren Wohnsitz im Inland.
Justiz in der Karibik wäre zuständig
Es war zunächst unklar, ob die beiden Frauen – eine Kolumbianerin und eine Brasilianerin – rechtliche Schritte in den Ländern unternehmen würden, in denen die möglichen Straftaten begangen wurden.
Die Anschuldigungen waren am Dienstag vergangener Woche von der spanischen Digitalzeitung «elDiario.es» und dem spanischsprachigen US-TV-Sender Univisión Noticias nach einer gemeinsamen dreijährigen Recherche veröffentlicht worden. Die mutmaßlichen Taten sollen sich demnach im Jahr 2021 in zwei Villen von Iglesias in Punta Cana in der Dominikanischen Republik sowie in Lyford Cay auf den Bahamas ereignet haben.
In den letzten Jahren war es ruhig um Iglesias geworden. Der Madrilene lebt seit Langem zurückgezogen in der Karibik. Schon seit 2019 meidet er öffentliche Auftritte.








