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Deutsche Bahn: Streiks wieder möglich

GDL-Chef informiert über Stand der Dinge und drohende Streiks nach gescheiterten Verhandlungen. Fahrgäste müssen mit Einschränkungen rechnen.

Fahrgäste müssen nun wieder jederzeit damit rechnen, dass es zu längeren Streiks und zu erheblichen Einschränkungen im Schienenverkehr kommen kann.
Foto: Jens Büttner/dpa

Nach dem Scheitern der letzten Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn sind ab heute erneut Streiks im Schienenverkehr möglich. Wie die GDL zuvor bekannt gab, wird der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, am Vormittag über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informieren. Es bleibt zunächst unklar, ob er dabei bereits einen konkreten Zeitraum für Streiks bekanntgeben wird.

Die Gewerkschaft hatte vor etwa vier Wochen zugesagt, bis einschließlich Sonntag auf weitere Streiks zu verzichten, nachdem die Verhandlungen wieder aufgenommen wurden. Diese Phase ist nun vorbei. Die Gespräche wurden bereits am vergangenen Donnerstag ergebnislos abgebrochen. Ab heute müssen Fahrgäste wieder jederzeit mit längeren Streiks und erheblichen Einschränkungen im Schienenverkehr rechnen.

Seit Monaten kämpfen die GDL und die Bahn um einen neuen Tarifvertrag. Der Knackpunkt ist die Forderung der Gewerkschaft nach einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden für Schichtarbeiter ohne finanzielle Einbußen. Die GDL erklärte eine erste Verhandlungsphase im November als gescheitert und rief daraufhin nach einer Urabstimmung zu zwei längeren Streiks auf. Der Fern-, Regional- und Güterverkehr in Deutschland kam über Tage hinweg weitgehend zum Erliegen.

Vier Wochen lang wurde verhandelt – de Maizière dabei

Die GDL beendete überraschend den jüngsten Arbeitskampf vorzeitig und traf sich Anfang Februar mit der Bahn zu erneuten Verhandlungen hinter verschlossenen Türen. Es folgten vier Wochen Verhandlungen mit externen Vermittlern – dem ehemaligen Bundesminister Thomas de Maizière und dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (beide CDU). In dieser Zeit wurde nichts an die Öffentlichkeit bekannt. Am Donnerstag gab die Bahn schließlich bekannt, dass die GDL die Verhandlungen abgebrochen hat.

Die Gewerkschaft dementierte das nicht, warf der Bahn aber vor, sich nicht an die Absprachen zur Kommunikation nach außen gehalten zu haben. «Diese Informationen sind gezielt vom DB-Management durchgestochen worden, um es dann der Gewerkschaftsseite anzuhängen», teilte die Gewerkschaft mit.

Laut der Bahn sind die Verhandlungen gescheitert, weil die Gewerkschaft auf einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit besteht. Die Bahn lehnt dies ab, hatte jedoch zuvor Lösungen innerhalb bestehender Arbeitszeit-Wahlmodelle vorgeschlagen.

dpa