Offenherzige Geständnisse zu früherem Drogenkonsum bescheren Prinz Harry in den USA Ärger. Eine konservative Denkfabrik wittert, er könne bei seinem Visumsantrag falsche Angaben gemacht haben.
Streit um Prinz Harrys Visum: Gerichtsakten veröffentlicht
Am Dienstag wurden Gerichtsakten im Rechtsstreit um mögliche Unregelmäßigkeiten beim Antrag von Großbritanniens Prinz Harrys auf ein US-Visum veröffentlicht.
Es war jedoch nicht klar, ob der 40-jährige Royal bei seinem Visumsantrag falsche Angaben gemacht hatte oder bevorzugt behandelt wurde. Dies wurde von der US-Denkfabrik Heritage Foundation vermutet, die die Veröffentlichung seines Antrags eingeklagt hatte. Ein Richter hatte dies abgelehnt und sich auf Harrys Persönlichkeitsrechte berufen.
Die Dokumente, die jetzt veröffentlicht wurden, sind Auszüge aus dem Gerichtsverfahren. Darin wird erwähnt, dass Behördenmitarbeiter davor gewarnt haben, dass Harry mit Belästigung rechnen müsse, wenn sein Visumsantrag genehmigt wird. Ein Großteil des Textes war jedoch geschwärzt.
Cannabis, Kokain und psychedelische Pilze
Hintergrund für die rechtliche Auseinandersetzung sind Bekenntnisse Harrys aus seiner Autobiografie «Spare» (zu Deutsch: «Reserve») über früheren Drogenkonsum. Der jüngere Sohn von König Charles (76) hatte in dem Anfang 2023 veröffentlichten Buch zugegeben, Cannabis, Kokain und halluzinogene Pilze konsumiert zu haben.
Die Heritage Foundation hegt den Verdacht, dass er möglicherweise bei seinem US-Visumsantrag Informationen verschwiegen hat und dadurch möglicherweise einen Gesetzesverstoß begangen hat. Die Annahme ist, dass seine Aufenthaltserlaubnis dadurch ungültig werden könnte. Wenn er jedoch seinen Drogenkonsum angegeben hat, vermutet die Denkfabrik, dass die Behörden aufgrund seines Status als Mitglied der britischen Königsfamilie möglicherweise ein Auge zugedrückt haben – was sie als Skandal betrachten würden.
Rückzug vom Königshaus
In seinem Buch hatte Harry offenherzig von früherem Drogenkonsum berichtet. Er schrieb etwa, Kokain habe ihm nichts gebracht. «Marihuana ist anders, das hat mir wirklich geholfen», so der Royal.
Der Prinz und seine Frau Herzogin Meghan (43) hatten sich zu Beginn des Jahres 2020 vom inneren Kreis der königlichen Familie distanziert. Das Verhältnis zur restlichen Royal Family wird als angespannt angesehen. Sie residieren nun mit ihren Kindern Prinz Archie (5) und Prinzessin Lilibet (3) im US-Bundesstaat Kalifornien.