Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Stress und Angst – zahlreiche Hunde zu Silvester entlaufen

Silvesterfeuerwerk sorgt bei vielen Haustieren für Panik. Die Tierschutzorganisation Tasso zählte zum Jahreswechsel bundesweit 376 entlaufene Hunde – deutlich mehr als an gewöhnlichen Tagen.

Knallgeräusche und Lichtblitze durch Feuerwerkskörper versetzen viele Haustiere in Stress und Angst. (Symbolbild)
Foto: Roland Weihrauch/dpa/dpa-tmn

Viele Haustiere reagieren auf die Böllerei zum Jahreswechsel mit Stress und Angst – und manche von ihnen rennen in Panik davon. Laut Tierschutzorganisation Tasso e.V. gab es an den beiden Jahreswechseltagen Silvester und 1. Januar deutschlandweit 376 entlaufene Hunde, ähnlich wie in den Vorjahren, gut zweieinhalbmal so hoch wie üblich, wie eine Sprecherin auf Anfrage berichtete.

Laut eigenen Angaben betreibt die Organisation Europas größtes kostenloses Haustierregister und setzt sich seit langem für ein böllerfreies Silvester ein. Im Durchschnitt verzeichnete die Organisation im letzten Jahr bundesweit 72 entlaufene Hunde pro Tag, insgesamt waren es 26.400 Vierbeiner.

Auch viele Katzen erleben angstvolle Stunden

Die Organisation hat deutschlandweit 507 entlaufene Katzen gezählt, wie eine Sprecherin auf Anfrage bestätigte. Das entspricht rechnerisch ungefähr einem durchschnittlichen Tag. Die Sprecherin erklärte, dass dies unter anderem daran liege, dass Katzen oft erst nach einigen Tagen als vermisst gemeldet würden und sich die Tiere häufig verstecken, um dann einige Tage später zurückzukehren.

Im letzten Jahr wurden insgesamt mehr als 93.500 entlaufende Katzen gezählt – die Organisation geht jedoch von einer höheren Dunkelziffer aus, da nicht alle Tiere registriert sind. Viele Katzenbesitzer behielten ihre Tiere über den Jahreswechsel im Haus, um ein Verschwinden zu verhindern. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Katzen keine angstvollen Stunden erlebten, vor Panik nicht fressen konnten und zitternd in der Wohnung versteckten.

Nicht alle Tierhalter nehmen Risiko ernst

Die Sprecherin erklärte, dass das Thema entlaufene Tiere durch Silvesterfeuerwerk in den vergangenen Jahren bereits eine starke Aufmerksamkeit erhalten habe. Viele verantwortungsvolle Tierhalter seien gut vorbereitet und würden gut auf ihre Vierbeiner aufpassen. Es gebe jedoch auch Menschen, die das Thema weniger ernst nehmen und dann überrascht seien, wenn die Tiere davonlaufen.

Auch bisher weniger ängstliche Vierbeiner können erschrecken

Einige Tiere, die bisher nicht auf Feuerwerk reagiert haben, könnten plötzlich erschrecken und sich aus dem Halsband winden. Manchmal kommt es auch zu einer Kette unglücklicher Umstände – zum Beispiel, wenn die Sicherung beim Aussteigen aus dem Auto bereits gelöst ist, aber der Hund noch nicht angeleint ist oder Besucher die Haustür beim Hereinkommen offen lassen.

Tasso erfasst Tiere mit einem Mikrochip oder einer Tätowierung. Personen, die entlaufene Hunde und Katzen entdecken, können sich über einen Notruf bei der Organisation melden.

dpa