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Stromausfall in Berlin: Wieso dauert die Reparatur so lange?

Unterschiedliche Technologien, eine staubfreie Umgebung: Die Arbeiten nach dem Stromausfall im Südwesten Berlins sind komplex. Eisige Temperaturen sind dabei keine Hilfe.

Mit Ersatzleitungen konnten einige Haushalte wieder ans Stromnetz angeschlossen werden, rund 35.000 müssen aber wohl bis Donnerstag Geduld haben.
Foto: Michael Ukas/dpa

Am Samstagmorgen kam es in 45.000 Haushalten und 2.200 Unternehmen in Berlin zu einem Stromausfall – ausgelöst durch einen Brand an einer Kabelbrücke am Teltowkanal. An den meisten der betroffenen Anschlüsse wird voraussichtlich erst am Donnerstag wieder Strom fließen. Viele fragen sich nun: Warum dauert die Reparatur so lange?

Der Schaden

«Wir haben einen akuten, sehr, sehr großen Schaden», sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) am Samstag in der RBB-«Abendschau». Demnach wurden fünf Hochspannungskabel bei dem Brand am frühen Samstagmorgen zerstört, zudem einige Mittelspannungskabel. Man brauche Plusgrade, um sie zu reparieren.

Es seien Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert worden. «Die Kraft, mit der eine kontinuierliche Hitzeentwicklung und ein kontinuierlicher Brand erfolgt ist, war größer als die Kraft, die eine Kugelbombe hätte auslösen können», sagte die Senatorin in der RBB-«Abendschau». Und weiter: «Eine Kugelbombe hätte unseren Leitungen, so wie sie gesichert sind, nichts anhaben können.»

Die Reparatur

Ein Sprecher des Stromnetzes sagte der dpa, dass derzeit an zwei Stellen gearbeitet wird: Zum einen wird die beschädigte Kabelbrücke am Teltowkanal repariert, zum anderen wird an einer vorübergehenden Lösung für die betroffenen Haushalte gearbeitet. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass die vorübergehende Lösung schneller fertig sein wird.

Zwei bisher unverbundene Leitungen müssen zusammengeführt werden, was aufgrund der Verwendung von zwei verschiedenen Kabeltechnologien, einem Kunststoff- und einem Ölkabel, sehr kompliziert ist. Speziell geschulte Experten, Plusgrade, eine etwa 14 Meter tiefe Baugrube und eine staubfreie Umgebung sind erforderlich. Obwohl Stromnetz Berlin viele Unterstützungsangebote erhalten hat, wird für diese technologische Herausforderung einfach etwas Zeit benötigt.

Die Sicherheit des Stromnetzes 

Das Berliner Stromnetz hat laut Giffey eine Länge von etwa 35.000 Kilometern. 99 Prozent davon seien bereits unter der Erde. «Wir reden über ein Prozent, das noch oberirdisch verläuft. Es ist unser Ziel, auch dieses eine Prozent unter die Erde zu bringen», sagte Giffey. Man werde aber immer verletzliche Stellen im Netz haben. «Unsere Kabel sind sehr gut gesichert», sagte die Senatorin.

dpa