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Alcaraz bezwingt Zverev im Halbfinale der Australian Open in epischer Schlacht

Der Spanier Alcaraz besiegt Zverev nach 5:27 Stunden in einem dramatischen Halbfinale, obwohl dieser mit körperlichen Problemen kämpfte.

Alexander Zverev hat das Finale bei den Australian Open verpasst.
Foto: Dar Yasin/AP/dpa

Alexander Zverev hat es nicht geschafft, erneut ins Finale der Australian Open zu gelangen. Der 28-Jährige verlor in Melbourne in einem epischen Halbfinale gegen den Spanier Carlos Alcaraz mit 4:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:3), 7:6 (7:4), 5:7, obwohl der Weltranglisten-Erste ab Ende des dritten Satzes mit großen körperlichen Problemen zu kämpfen hatte.

Die Temperaturen in Melbourne waren zwar mit etwas mehr als 30 Grad deutlich angenehmer als an den großen Hitzetagen mit bis zu 45 Grad zuvor. Dafür war es jedoch sehr schwül, was Alcaraz offensichtlich große Probleme bereitete. Zverev schlug im längsten Spiel seiner Tennis-Karriere im fünften Satz zum Matchgewinn auf, brachte den Sieg aber nicht ins Ziel. Nach 5:27 Stunden verwandelte Alcaraz seinen ersten Matchball.

«Es war das körperlich schwerste Spiel meiner Karriere», sagte Alcaraz. «Entscheidend war, dass ich immer daran geglaubt habe», sagte der Spanier, der erstmals bei den Australian Open im Finale steht.

Zverev, der im letzten Jahr im Finale gegen Jannik Sinner verloren hatte, muss weiterhin auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten. Alcaraz wird nun im Endspiel am Sonntag entweder auf Titelverteidiger Sinner aus Italien oder Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic aus Serbien treffen.

Alcaraz plötzlich mit körperlichen Problemen

Zverev hatte gegen Alcaraz fast drei Sätze lang kaum eine Chance, bis der Spanier plötzlich starke körperliche Probleme bekam. Bei einem Spielstand von 4:4 im dritten Satz begann Alcaraz plötzlich unter Krämpfen zu leiden. Nachdem er seinen Aufschlag knapp durchgebracht hatte, ließ er sich während des Seitenwechsels behandeln und nahm eine medizinische Auszeit.

Sehr zum Unmut von Zverev. «Das ist unglaublich. Das gibt es nicht. Das kann nicht euer Ernst sein», kommentierte Zverev die Behandlungspause des Spaniers in der entscheidenden Phase des dritten Satzes im Gespräch mit dem Oberschiedsrichter. Behandlungen sind eigentlich nur bei Verletzungen gestattet, nicht aber bei Krämpfen. Alcaraz hatte aber wohl angegeben, dass er einen Stich im Oberschenkel gespürt hatte.

https://x.com/TheTennisLetter/status/2017154758587699250

Alcaraz kann kaum laufen

Alcaraz hatte Schwierigkeiten, sich zu bewegen, was Zverev zunächst nicht ausnutzen konnte. Trotz einiger Fehler des 28-Jährigen konnte der Spanier den Tiebreak erreichen. Erst dort nutzte Zverev die körperlichen Probleme seines Gegners aus und ließ ihn laufen. Nach insgesamt 3:03 Stunden Spielzeit gewann er den dritten Satz.

Alcaraz ließ sich auch danach massieren und war nach wie vor weit von seiner normalen Fitness entfernt. Zverev schien jedoch eher irritiert von dem strauchelnden Gegner. Die deutsche Nummer eins versäumte es weiterhin, Druck auf Alcaraz auszuüben. Bei einem Spielstand von 3:2 hatte Zverev zwei Breakbälle, die Alcaraz jedoch bravourös abwehrte. Erneut musste die Entscheidung im Tiebreak fallen. Hier zeigte Zverev nun sein bestes Tennis und schaffte nach 4:07 Stunden den Satzausgleich. Plötzlich war in der Rod Laver Arena wieder alles offen.

Zverev anfangs ohne Chance

Es schien, dass es in den ersten zweieinhalb Sätzen eine klare Angelegenheit für Alcaraz war. Zverev hatte lange Zeit Probleme mit seinem Aufschlag. Obwohl der 28-Jährige zuvor im Viertelfinale gegen den Amerikaner Learner Tien noch 24 Asse geschlagen hatte, funktionierte der erste Aufschlag gegen die Nummer eins der Welt nicht.

Nach 40 Minuten verwandelte Alcaraz seinen ersten Satzball. Das Spiel, auf das mit großer Spannung gewartet wurde, verlief zunächst weiterhin ruhig. Erst in der Mitte des zweiten Satzes steigerte sich Zverev, gewann endlich einige spektakuläre Ballwechsel. Alcaraz schien kurzzeitig unkonzentriert zu sein, Zverev nutzte diese kleine Schwächephase und zog auf 5:2 davon. Doch dann legte Alcaraz wieder einen Gang zu und sicherte sich den Satz im Tiebreak.

Zverev stand vor einer scheinbar unmöglichen Aufgabe. Alcaraz hatte bisher keinen Satz im Turnier verloren, und Zverev musste nun drei gewinnen, um ins Finale einzuziehen. Auch er schien nicht wirklich daran zu glauben. Doch dann begann das Drama. Alcaraz hatte mit großen Problemen zu kämpfen, und Zverev schaffte es, den Satzausgleich herzustellen.

Unfassbares Niveau im fünften Satz

Im fünften Satz hatte Alcaraz sich dann größtenteils erholt. Doch Zverev spielte nun großartig und schaffte ein frühes Break. Bei einem Spielstand von 2:1 lieferten sich Zverev und Alcaraz dann einen harten Kampf. Das Aufschlagspiel des Deutschen dauerte über zehn Minuten. Zverev abgewehrte zwei Breakbälle des Spaniers und brachte schließlich sein Service durch.

Das Drama setzte sich fort. Beim Stand von 5:4 schlug Zverev zum Matchgewinn auf, musste jedoch das Break hinnehmen. Alcaraz wurde von den Zuschauern gefeiert und nutzte die Emotionen, um das Spiel noch zu drehen.

dpa