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Italien in Sorge: Zwei Tote nach Biss von brauner Violinspinne

Experten warnen vor schweren Komplikationen nach dem Biss der Spinne, obwohl dieser meist schmerzlos beginnt und nur selten Folgen hat.

Braune Violinspinne
Foto: Peter Jäger/Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung/dpa

In Italien sind in den letzten Wochen zwei Männer nach einem Biss der braunen Violinspinne gestorben. Die Spinne Loxosceles rufescens ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet und kommt vor allem in den beliebten Urlaubsländern Italien, Spanien, Portugal, Griechenland und der Türkei vor. Während der Sommersaison wächst die Besorgnis über die braune Violinspinne. Doch wie gefährlich ist die Spinne, deren Körper je nach Geschlecht nur 7,5 bis 9 Millimeter lang ist, wirklich?

Die braune Violinspinne hat zwar ein starkes Gift, aber es ist nicht so gefährlich, wie viele denken, und der Biss führt selten zu schwerwiegenden Folgen, sagt Maurizio Soave, Leiter der Giftnotrufzentrale im Gemelli-Krankenhaus in Rom. Der Biss ist in der Regel schmerzlos, aber später können Juckreiz und Schmerzen auftreten. Es können auch kleine Pusteln und Rötungen um die Bissstelle entstehen, einige Stunden später.

Auch Bakterien können in Gewebe gelangen

Soave erklärt, dass die Spinne neben ihrem Gift auch Bakterien übertragen kann, die Entzündungen und schwerwiegende Komplikationen verursachen können. Im Falle einer solchen Situation kann es zu einer langsam wachsenden Nekrose um die Bissstelle kommen, bei der das Gewebe zerstört wird und tiefe, schwer heilende Wunden entstehen. Dies kann zu schweren Infektionen führen, die bis zur Sepsis, also einer Blutvergiftung, reichen können.

Laut der Seite des Antigiftzentrums in Pavia sei eine solche Entwicklung jedoch äußerst selten. In den meisten Fällen verläuft ein Biss ohne Komplikationen. Größere Probleme sind in der Regel auf Vorerkrankungen wie Diabetes oder Allergien zurückzuführen. Experten gehen davon aus, dass auch Kinder und ältere Menschen eher gefährdet sind.

Zwei Todesfälle in Italien innerhalb weniger Wochen

Im Juli wurde in Italien ein 52-jähriger Mann auf Sizilien von einer braunen Violinspinne gebissen und starb kurz darauf. Schlagzeilen machte dann der Tod eines 23-Jährigen in der süditalienischen Region Apulien. Einen Monat nach dem Biss einer Violinspinne starb er am Samstag an einem septischen Schock und Organversagen.

Im Allgemeinen wird die braune Violinspinne, die sich häufig in Erdlöchern versteckt und trockene Böden bevorzugt, als ziemlich friedlich beschrieben. Sie beißt nur, wenn sie sich bedroht fühlt. Nach einem Biss empfehlen Experten, die Wunde mit Wasser und Seife zu reinigen. Bei starkem Juckreiz oder Rötungen könnte die Anwendung einer Kortisonsalbe oder Antibiotika ratsam sein.

dpa