Fans feiern Traumtore und gute Ausgangsposition für Türkei nach hart erkämpftem Sieg gegen Georgien.
Heimsieg für Türkei bei EM-Auftakt gegen Georgien

Die Fans unterstützten frenetisch, die Profis lieferten einen erfolgreichen Auftritt – beflügelt von der Heimspielatmosphäre im Dortmunder Stadion ist dem türkischen Nationalteam ein erfolgreicher Start in die Fußball-EM gelungen. Trotz sintflutartiger Regenfälle vor der Partie konnte das Team von Trainer Vincenzo Montella beim 3:1 (1:1) gegen Außenseiter Georgien seine Favoritenrolle nur knapp erfüllen.
Etwa 50.000 türkische Fans in der voll besetzten Arena mit rund 62.000 Zuschauern, die die berühmte Gelbe Wand in eine Rote Wand verwandelten, jubelten euphorisch über die beiden Traumtore von Mert Müldür (25. Minute) und Arda Güler (65.) zum verdienten Sieg. Ein Gegentreffer von Kerem Aktürkoglu (90.+7) brachte spät die endgültige Entscheidung. Damit hat sich die Milli Takim in der Gruppe F eine gute Ausgangsposition für die kommenden schwierigeren Aufgaben gegen Portugal (22. Juni) am gleichen Ort und vier Tage später gegen Tschechien in Hamburg verschafft.
Im Gegensatz dazu wurde der Traum der Georgier von einem Achtungserfolg bei ihrem EM-Debüt trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs durch Georges Mikautadze (32.) nicht wahr. Die von dem ehemaligen Bayern-Profi Willy Sagnol trainierte Mannschaft zeigte dennoch eine beeindruckende Leistung.
Ein Tor zählt, eins nicht
Die Türken, die in der Startelf auf den einzigen Bundesliga-Profi Salih Özcan (Dortmund) verzichteten, übernahmen von Anfang an die Kontrolle. Schon in den ersten Minuten geriet die defensive Fünferkette der Georgier ordentlich ins Schwitzen. Mit einem Kopfball (8.) von Kaan Ayhan, der in Gelsenkirchen geboren wurde, über das Tor und seinem Pfostenschuss nur zwei Minuten später waren die Türken kurz davor in Führung zu gehen.
Georgien trat jedoch nicht so defensiv auf, wie erwartet. Nur die schnelle Reaktion des türkischen Torhüters Mert Günok bei einem abgefälschten Schuss von Ansor Mekwabischwili (11.) verhinderte die Führung des Außenseiters.
Dennoch nutzte der EM-Halbfinalist von 2008 seine Dominanz aus. Der beeindruckende Volleyschuss von Müldür aus der Ferne ins Tor verwandelte das Stadion in ein Tollhaus. Die gute Stimmung der türkischen Fans wurde zunächst nur leicht getrübt, als nur zwei Minuten später das vermeintliche 2:0 durch Kenan Yildiz aufgrund einer Abseitsposition aberkannt wurde.
Güler zeigt seine Klasse
Der Schreck der Georgier war jedoch begrenzt. Mit einem Schuss aus sieben Metern ins kurze Eck brachte Mikautadze sein Team zurück ins Spiel. Der türkische Torhüter Günok sah dabei nicht glücklich aus. Dieser Gegentreffer hatte eine starke Wirkung auf die Türken. Bis zur Pause erwies sich der Gegner als ebenbürtig.
Nach dem Wiederanpfiff steigerte die Türkei den Druck, hatte jedoch Schwierigkeiten, Torchancen herauszuspielen. Die individuelle Klasse des Real Madrid-Jungprofis Güler half in der Not. Mit einem Kunstschuss aus 20 Metern zirkelte der 19-Jährige den Ball in den linken Torwinkel. In der hektischen Schlussphase mussten die Türken noch einige bange Minuten überstehen, bevor Aktürkoglu dann alles klar machte.
Dank der vielen Helfer konnte das Spiel ohne Verzögerung stattfinden. Sie haben mit Besen, Holzlatten und viel Einsatz die Auswirkungen des heftigen Regens vor dem Spiel minimiert. Das Wasser wurde in offene Gullys gefegt, das von den Dächern sturzbachartig herabfloss. Der Rasen konnte die großen Regenmengen erstaunlich gut aufnehmen und war problemlos bespielbar. Die Polizei griff zudem frühzeitig bei einer körperlichen Auseinandersetzung rivalisierender Fans im Stadion ein.








