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Trotz Elfer-Fehlschuss: Kane führt Bayern ins Achtelfinale

Ungewohnte Bilder in der Münchner Arena. In der Südkurve stehen keine Bayern-Fans. Und Kane verschießt einen Elfmeter. Trotzdem ist der Engländer der Matchwinner beim 2:0 gegen Saint-Gilloise.

Der Führungstreffer von Harry Kane ebnete den Weg für den FC Bayern.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Dank Harry Kane, dem Torjäger, hat der FC Bayern München das erste Etappenziel in der Champions League vorzeitig erreicht. Der Engländer führte den deutschen Fußball-Rekordmeister mit einem Doppelschlag in der 52. und 55. Minute zum 2:0 (0:0) gegen den belgischen Champion Royale Union Saint-Gilloise. Einen weiteren Strafstoß schoss der bis Mittwochabend im Bayern-Trikot unfehlbare Kane an die Latte (81.).

Die Bayern haben nach dem sechsten Sieg im siebten Vorrundenspiel bereits vor der letzten Partie am kommenden Mittwoch in den Niederlanden gegen PSV Eindhoven das Achtelfinale erreicht. Trainer Vincent Kompanys Team vermeidet damit in dieser Saison zwei zusätzliche kräftezehrende K.o.-Spiele im Februar.

Kane erzielte sein Tor erst nach einem Eckball von Michael Olise mit dem Kopf. Anschließend holte er auch den Elfmeter heraus, den er gewohnt sicher in die rechte Ecke schoss. In 29 Pflichtspielen der Saison hat Kane nun 34 Tore erzielt.

Platzverweis für Kim

Nur acht Minuten nach dem Doppelschlag zum 2:0 bekam Verteidiger Minjae Kim wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte, wodurch die Bayern den Heimsieg in Unterzahl über die Zeit bringen mussten. Dies gelang ihnen jedoch routiniert. Neben Kane hatte auch Olise noch die Chance auf das 3:0.

Es war nicht so sehr die ungewohnte Atmosphäre in der Allianz Arena, die dazu führte, dass die Münchner Tormaschine lange Zeit nicht in Schwung kam. Der gesamte Unterrang der Südkurve, wo normalerweise die loyalsten Bayern-Fans singen, war aufgrund einer Pyro-Strafe der UEFA leer.

Die Unterstützung war damit geringer und weniger lautstark. «Ich hoffe, dass das nicht oft passiert, die Fans sind wichtig für uns», sagte Kompany zum Ausschluss von über 9.000 Anhängern auf den Stehplätzen.

Die 66.000 Zuschauer im Stadion sahen eine Bayern-Elf, die gegen den eng gestaffelten und gut organisiert verteidigenden belgischen Meister erstaunlich viel Mühe hatte. Kaum eine Lücke tat sich für die Münchner Offensive auf. Der herausragende Torvorbereiter Olise wurde auf dem Flügel meist vom Gegner gedoppelt.

Nach der Pause jubelt Kane

Raphaël Guerreiro hatte vor der Pause die beste Gelegenheit mit einem Kopfball nach einer scharfen Ecke von Joshua Kimmich. Der Ball verfehlte jedoch das Tor. Hinter Guerreiro hatte Kane aufgepasst und ärgerte sich, dass er nicht zum Kopfball gekommen war. Nach der Pause führte dieselbe Eckballvariante zum 1:0.

Royale Union Saint-Gilloise hatte Bayern-Coach Kompany schon mehrmals geärgert, als dieser noch in seinem Heimatland Trainer des Rekordmeisters RSC Anderlecht gewesen war. Der Außenseiter aus der Region Brüssen erfüllte das, was Trainer David Hubert angekündigt hatte: «Wir haben eine riesige Lust, die Bayern herauszufordern.»

Seine Mannschaft setzte sich mit großem Einsatz – und der erforderlichen Courage – ein. Es ergab sich sogar die große Chance für den belgischen Meister, mit 1:0 in Führung zu gehen. Aber Bayern-Kapitän Manuel Neuer parierte einen Kopfball des groß gewachsenen Mittelstürmers Promise David mit einem Reflex (29.). Nach der Halbzeitpause war es jedoch Kane, der zum Spieler des Abends wurde, auch wenn er den zweiten Elfmeter nicht verwandeln konnte.

dpa