Die ukrainischen Streitkräfte haben binnen weniger Tage so viel Gelände zurückerobert wie zuletzt im Jahr 2023. Besonders im Süden des Landes verzeichnet Kiew überraschend schnelle Vorstöße. Was bedeuten die neuen Frontverschiebungen für den weiteren Kriegsverlauf – und für mögliche Verhandlungen?
Ukraine erzielt größte Geländegewinne seit 2023

In den vergangenen Tagen hat die Ukraine erneut erhebliche Erfolge an der Front erzielt, indem sie innerhalb weniger Tage große Gebietsanteile von russischen Streitkräften zurückerobern konnte. Zwischen dem 11. und 15. Februar 2026 gelang es Kiews Truppen, rund 201 Quadratkilometer Terrain zurückzugewinnen – der schnellste Gebietszuwachs seit der groß angelegten Gegenoffensive im Sommer 2023. Diese Entwicklung meldet das Institute for the Study of War (ISW) auf Basis aktueller Analysen.
Schwerpunkt der Rückeroberungen
Die jüngsten Erfolge konzentrieren sich hauptsächlich östlich von Zaporizhzhia – einer strategisch umkämpften Region im Süden der Ukraine. Dort hatten russische Truppen in den letzten Monaten wiederholt Geländegewinne erzielt. Die ukrainischen Streitkräfte nutzten Schwächen in der russischen Kommunikation und Koordination – unter anderem im Zusammenhang mit einer eingeschränkten Nutzung des Satellitensystems Starlink, das die russischen Kommandostrukturen beeinträchtigt haben soll.
Vergleich zu früheren Phasen des Krieges
Zum Vergleich: Die ukrainischen Truppen erzielten zuletzt größere Vorstöße im Rahmen der Gegenoffensive im Juni 2023, die als bedeutender Wendepunkt gilt. Seitdem war die Front zunächst weitgehend eingefroren oder nur mit kleineren lokalen Gegenangriffen verbunden. Die aktuellen Geländegewinne markieren daher einen neuen Höhepunkt der militärischen Dynamik seit rund zweieinhalb Jahren.
Zusammenhang mit diplomatischen Bemühungen
Der militärische Vorstoß fällt zeitlich mit neuen Friedensgesprächen in Genf zusammen, die am 17. und 18. Februar 2026 unter Vermittlung der USA fortgesetzt werden sollen. Dort verhandeln Delegationen aus Russland, der Ukraine und den USA über mögliche Wege zu einem Ende des Krieges, wobei insbesondere territoriale Fragen im Fokus stehen. Russland fordert etwa die Abtretung weiter Teile des Donbas, was Kiew strikt ablehnt.
Lage an der Front weiterhin komplex
Trotz der jüngsten Erfolge bleibt die militärische Lage im Ukraine-Konflikt schwierig und umkämpft. Einzelne Sektoren, etwa um die Stadt Kostiantynivka im Donetsk-Gebiet, gelten als starke Verteidigungsstellungen auf beiden Seiten. Der Konflikt dauert seit dem groß angelegten Einmarsch Russlands im Februar 2022 an, und die Frontlinien verschieben sich trotz lokaler Erfolge nur langsam.
Militärische und politische Folgen
Die jüngsten Geländegewinne könnten die Position Kiews in den laufenden Verhandlungen stärken – sowohl innenpolitisch als auch international. Zugleich führen sie zu weiterer Unsicherheit für die russische Kriegsführung, die in den letzten Monaten unter anderem durch logistische Probleme und Kommunikationsschwierigkeiten belastet wurde. Wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickelt, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf der Kämpfe und der Diplomatie ab.
Insgesamt zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass der Ukraine-Krieg trotz vier Jahren intensiver Auseinandersetzung weiterhin dynamisch ist und jede Seite versucht, strategische Vorteile zu sichern.








