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Ukraine schafft Sommerzeit ab

Die Ukraine will zwar Teil der Europäischen Union werden, hat nun aber ohne auf Brüssel zu warten die Sommerzeit abgeschafft. Einer der Gründe: Russland.

Die Ukraine schafft die Sommerzeit ab. (Symbolbild)
Foto: Daniel Naupold/dpa

Die Ukraine hat beschlossen, die Umstellung auf die Sommerzeit ab dem nächsten Jahr abzuschaffen. Laut Interfax stimmten 261 Parlamentarier für die Novelle, was von Abgeordneten der Werchowna Rada gemeldet wurde. Es waren 226 Stimmen erforderlich.

Begründet wurde die Änderung auch mit gesundheitlichen Argumenten. Das Verschieben der Zeiger führe zu Änderungen im Biorhythmus der Menschen, was sich negativ auf ihren physischen und psychischen Zustand auswirke. «Nach der Umstellung der Stundenzeiger fühlen sich die Bürger schlechter, ihre Arbeitsfähigkeit sinkt, es wird eine deutliche Verschlechterung bei chronischen Krankheiten beobachtet», hieß in der Begründung zum Gesetz. Mit der Sommerzeit seien auch keine Energieeinsparungen feststellbar.

Zudem wurde die Abgrenzung zum russischen Kriegsgegner per Gesetz betont. «Daher wird die Einführung und Festsetzung einer ausnahmslos einheitlichen Kiewer Zeit in der gesamten Ukraine wiederum die Sicherheitsposition der Ukraine stärken und zur Räumung und Wiedereingliederung der vorübergehend besetzten Gebiete beitragen», betonten die Autoren des Gesetzes.

Seit 2011 im Sommer selbe Zeitzone wie Moskau

Fast 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets sind von Russland besetzt. Als Folge der Abschaffung der Sommerzeit in Russland im Jahr 2011 stimmt die ukrainische Sommerzeit seitdem von Ende März bis Ende Oktober mit der ganzjährigen Moskauer Zeit überein.

In Zukunft wird die Mitteleuropäische Sommerzeit, die auch in Deutschland gilt, mit der Kiewer Zeit übereinstimmen. Allerdings wird in der Europäischen Union ebenfalls schon seit einiger Zeit über die Abschaffung der Sommerzeit diskutiert.

Die Sommerzeit in der Ukraine und in der Europäischen Union dauert bisher vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober. „Im März werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt, um die Abendstunden länger hell zu halten. Im Oktober werden die Uhren dann um eine Stunde zurückgedreht und die Normalzeit wird wieder eingeführt.“

dpa