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Brandkatastrophe von Crans-Montana: Besitzer in Untersuchungshaft

Jacques Moretti muss in Untersuchungshaft, seine Frau bleibt auf freiem Fuß. Die Anwälte betonen, dass sie sich den Ermittlungen nicht entziehen wollen.

In der Bar in Crans-Montana spielte sich eine Brandkatastrophe ab. (Archivbild)
Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Knapp zwei Wochen nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana befindet sich Jacques Moretti, der Besitzer der betroffenen Bar, in Untersuchungshaft. Das zuständige Zwangsmaßnahmengericht in Sitten (Sion) im Schweizer Kanton Wallis hat dem Antrag der Staatsanwaltschaft zugestimmt.

Die Begründung der leitenden Staatsanwältin für diese Maßnahme war die Fluchtgefahr. Moretti ist französischer Staatsbürger. Seine Frau Jessica, mit der er die Bar gemeinsam betrieb, bleibt auf freiem Fuß. Die Anwälte des Ehepaars betonten, dass sie keinerlei Absicht haben, sich den Ermittlungen zu entziehen.

Beim Feuer in der Neujahrsnacht sind in der Bar Le Constellation 40 hauptsächlich sehr junge Menschen gestorben. 116 wurden verletzt, etwa 80 sind noch in Krankenhäusern, auch in Deutschland, mit hauptsächlich schweren Verbrennungen.

Bis zum Urteil gilt der Barbesitzer als unschuldig

Die Untersuchungshaft ist zunächst auf drei Monate befristet. Moretti könne wieder auf freien Fuß kommen, wenn bestimmte Sicherheiten hinterlegt werden, teilte das Gericht mit. «Es geht also nicht darum, den Angeklagten bereits zu bestrafen, da dieser bis zum Inkrafttreten eines möglichen Urteils als unschuldig gilt», heißt es weiter.

Während der Silvesterparty in der zweigeschossigen Bar brach am Neujahrstag um 01.30 Uhr morgens ein Feuer aus. Ersten Untersuchungen zufolge wurde es durch funkensprühende Partyfontänen verursacht, die Schaumstoff an der Decke entzündeten. Die örtlichen Behörden gaben zu, dass die Bar zuletzt 2019 auf Brandschutzmaßnahmen überprüft wurde, obwohl solche Kontrollen eigentlich jährlich vorgeschrieben sind.

Am letzten Freitag fand in der Schweiz ein Staatstrauertag statt. Etwa 1.000 geladene Gäste nahmen an einer Gedenkveranstaltung in Martigny teil, darunter der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella und der französische Präsident Emmanuel Macron. Viele Opfer stammen aus Italien und Frankreich.

dpa