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Urteil im Prozess um Messerangriff im Hauptbahnhof erwartet

Eine Frau sticht im Mai wahllos auf Reisende im Hamburger Hauptbahnhof ein. Seit November wird der Fall vor Gericht verhandelt. Am Montag könnte das Urteil verkündet werden.

Am Montag könnte das Urteil verkündet werden. (Archivbild)
Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Im Prozess um den Messerangriff mit zahlreichen Verletzten am Hamburger Hauptbahnhof könnte heute das Urteil verkündet werden. Am Morgen soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Beweisaufnahme vor dem Landgericht Hamburg geschlossen und plädiert werden, teilte die Gerichtspressestelle mit. Im Laufe des Nachmittags könnte dann das Urteil verkündet werden.

Im Sicherungsverfahren steht seit dem 18. November 2025 eine 40 Jahre alte Frau vor Gericht. Sie soll am 23. Mai 2025 auf einem Bahnsteig voller Menschen wahllos auf Reisende eingestochen haben. Während sechs Personen den Stichen ausweichen konnten, erlitten nach Angaben der Behörde 15 Menschen zum Teil erhebliche Schnitt- oder Stichverletzungen. Die Staatsanwaltschaft wirft der 40-Jährigen versuchten Totschlag in 21 Fällen vor, davon in 15 Fällen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Angeklagte leidet unter paranoider Schizophrenie

Es wird angenommen, dass die Frau aufgrund einer psychischen Erkrankung bei der Tat schuldunfähig war. Laut Angaben leidet sie an paranoider Schizophrenie mit Realitätsverkennung und hört Stimmen. Im Sicherungsverfahren wird geprüft, ob die Beschuldigte aufgrund ihrer Krankheit eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss. Nach der Tat wurde sie vorläufig dort eingewiesen.

Zeugen stoppten Frau

Laut Angaben des Hamburger Senats dauerte die Tat auf dem Bahnsteig nur 24 Sekunden. Kurz zuvor hatte die 40-jährige Frau ein Gemüsemesser mit einer 8,5 Zentimeter langen Klinge in einem Drogeriemarkt im Hauptbahnhof gestohlen. Zwei Zeugen bemerkten die mutmaßliche Messerstecherin und hinderten sie am Bahnsteig. Einer der Männer brachte sie zu Boden und entwaffnete sie. Zusammen hielten sie die Frau fest, bis die Polizei eintraf.

Gemäß früheren Berichten wurden drei Frauen im Alter von 24, 52 und 85 Jahren sowie ein 24-jähriger Mann schwer verletzt. Laut Staatsanwaltschaft musste eine Frau notoperiert und in ein künstliches Koma versetzt werden.

dpa