Die Methode wurde zuletzt 2010 genutzt. Der Todeskandidat hatte sich selbst dafür entschieden.
US-Häftling von Erschießungskommando hingerichtet
Der Mann hatte sich für den schnellen Tod entschieden. In den USA wurde zum ersten Mal seit 15 Jahren ein Häftling durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Um 18.05 Uhr (Ortszeit) eröffneten drei Freiwillige das Feuer auf den 67-jährigen Brad Sigmon aus Greenville, South Carolina. Um 18.08 Uhr wurde er von einem Arzt für tot erklärt, wie die Behörden berichteten.
Der verurteilte Mörder hatte sich nach Angaben seines Anwalts selbst für das Erschießungskommando entschieden, da er der tödlichen Injektion nicht getraut habe. Sigmon habe befürchtet, dabei zu lange leiden zu müssen, hatte sein Anwalt der Zeitung «Greenville News» zufolge erklärt.
Für brutale Morde verurteilt
Sigmon hatte gestanden, im Jahr 2001 die Eltern seiner Ex-Freundin in deren Haus mit einem Baseballschlager getötet zu haben. Die beiden hätten sich damals in verschiedenen Räumen aufgehalten und er sei immer wieder hin- und hergelaufen, um sie totzuschlagen, berichtete der Sender CBS. Zudem hatte Sigmon demnach seine Ex-Freundin entführt in der Absicht, sie ebenfalls zu ermorden. Sie konnte jedoch entkommen. CBS zitierte sein Eingeständnis: «Ich konnte sie nicht haben, und ich wollte nicht, dass jemand anders sie hat.»
Die Bemühungen der Anwälte, die Hinrichtung über das Oberste Gericht der USA zu stoppen, waren wenige Stunden zuvor gescheitert. Auch der Gouverneur des Bundesstaates lehnte ein Eingreifen ab.
In der Hinrichtungszelle im Gefängnis in Columbia, der Hauptstadt des Bundesstaates, wurde der 67-Jährige nach Zeugenaussagen auf einem Stuhl festgeschnallt. Eine schwarze Kapuze wurde ihm über den Kopf gezogen. Ein Zeuge berichtete, dass das Herz des Todeskandidaten als Ziel markiert war.
Angehörige der Opfer schauten zu
Laut Angaben feuerten die drei Freiwilligen durch Schlitze in der Wand. Bei der Hinrichtung waren die Angehörigen der Opfer, Sigmons Anwalt und einige Medienvertreter anwesend. Sigmon rief in seinem letzten Wort laut Gefängnisbehörde zur Abschaffung der Todesstrafe auf.
Laut dem Death Penalty Information Center hatte South Carolina im Jahr 2021 die Option, eine Hinrichtung durch ein Erschießungskommando durchzuführen, jedoch wurde bisher niemand auf diese Weise hingerichtet. Früher wurde diese Methode auch verwendet, da der Bundesstaat keine Medikamente für tödliche Injektionen beschaffen konnte. Neben diesen beiden Hinrichtungsmethoden gibt es in South Carolina auch den elektrischen Stuhl.
Fünf Bundesstaaten mit Erschießungskommandos
Laut der gemeinnützigen Organisation erlauben außer South Carolina noch die Bundesstaaten Idaho, Mississippi, Oklahoma und Utah Hinrichtungen durch Erschießungskommandos. Die letzte entsprechende Hinrichtung fand demnach 2010 in Utah statt. Insgesamt sind in diesem Jahr den Angaben zufolge noch 13 weitere Exekutionen geplant.