Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

US-Immunologe Anthony Fauci infiziert mit West-Nil-Virus

Der renommierte Wissenschaftler erhole sich nun zu Hause. Eine vollständige Genesung wird erwartet.

Fauci wurde wegen seiner Erkrankung mehrere Tage im Krankenhaus behandelt. (Archivbild)
Foto: Patrick Semansky/AP/dpa

Der international bekannte US-Immunologe Anthony Fauci hat sich mit dem West-Nil-Virus infiziert. Der 83-Jährige sei sechs Tage lang im Krankenhaus behandelt worden und erhole sich nun zu Hause, zitierten der Sender CNN und die «New York Times» einen Sprecher Faucis. «Eine vollständige Genesung wird erwartet», hieß es.

Jahrzehntelange Expertise in der Infektionsforschung

Fauci trat vor knapp zwei Jahren als medizinischer Chefberater des US-Präsidenten und Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten ab. Zuvor war er in den USA zu einer zentralen Figur im Kampf gegen das Coronavirus geworden. Der renommierte Wissenschaftler leitete das Nationale Institut für Infektionskrankheiten fast vier Jahrzehnte lang und arbeitete unter insgesamt sieben US-Präsidenten.

Er wird als einer der führenden Experten für Infektionskrankheiten in den USA angesehen. Seine Bekanntheit reicht weit über die Kreise der Wissenschaft und die Grenzen Amerikas hinaus. In der politisch stark aufgeladenen Debatte über die Corona-Pandemie war Fauci regelmäßig Gegenstand von Kritik und Feindseligkeiten.

Viruserkrankung verläuft meist harmlos

Das West-Nil-Virus stammt ursprünglich aus Afrika und wird durch Stechmücken übertragen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) verlaufen die meisten Infektionen symptomlos, etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung von wenigen Tagen, etwa jeder Hundertste bekommt eine Hirn- oder Hirnhautentzündung. Eine schützende Impfung für Menschen existiert bisher nicht.

Das Virus wurde erstmals 2018 in Deutschland nachgewiesen, 2019 erstmals bei einem Menschen. Insbesondere im Osten Deutschlands werden regelmäßig Nachweise gefunden, Experten prognostizieren eine weitere Verbreitung im Zuge des Klimawandels. In süd- und südosteuropäischen Ländern gibt es bereits seit Jahren größere Ausbrüche.

dpa