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Gewerkschaft ruft zu ganztägigen Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr auf

Kommenden Freitag drohen erneut erhebliche Einschränkungen im Berufsverkehr. Fridays for Future unterstützt den Streik für einen verlässlichen und günstigen Nahverkehr.

Auf Fahrgäste kommen erneut erhebliche Einschränkungen zu.
Foto: Andreas Arnold/dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat für den nächsten Freitag in beinahe allen Bundesländern zu ganztägigen Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufgerufen.

«Da jetzt in allen Bundesländern Tarifverhandlungen stattgefunden haben und ohne Ergebnis geblieben sind, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um mehr Druck auf die Arbeitgeber zu machen», teilte die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende, Christine Behle, mit.

An diesem Freitag werden Fahrgäste erneut erhebliche Einschränkungen erleben, insbesondere im Berufsverkehr. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat heute ihren mehrtägigen Streik bei der Deutschen Bahn vorzeitig beendet. Bis einschließlich 3. März gilt dort nun eine Friedenspflicht. Im Nah- und Regionalverkehr können jedoch weiterhin Arbeitskämpfe von Verdi stattfinden.

Verhandelt wird in allen betroffenen Bundesländern gleichzeitig

Mit Ausnahme von Bayern führt die Gewerkschaft parallel in allen Bundesländern Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden über neue Tarifverträge für die Beschäftigten im ÖPNV. Verdi zufolge sind mehr als 130 kommunale Unternehmen in den Städten und Landkreisen sowie insgesamt 90.000 Beschäftigte von der Tarifrunde betroffen. In der ersten Verhandlungsrunde vergangene Woche wurde in keiner Region eine Lösung erzielt.

Verhandelt wird zwar in allen betroffenen Bundesländern gleichzeitig. Inhaltlich geht es aber um sehr unterschiedliche Forderungen. In den meisten Ländern geht es um die sogenannten Manteltarifverträge. Sie regeln vor allem die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) etwa fordert Verdi unter anderem längere Wendezeiten, Urlaubsgeld und mehr Urlaub. «Die Belastung der Beschäftigten und die Personalnot im ÖPNV haben immer mehr zugenommen, der Arbeitsdruck wird immer größer», teilte die Gewerkschaft vor einigen Tagen mit. «Es müssen also schnell Lösungen gefunden werden, um eine Entlastung herbeizuführen.»

In Brandenburg, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen gestaltet sich die Situation komplizierter. Hier dreht es sich auch um die Entgelte, das heißt um höhere Löhne und Gehälter. In Brandenburg strebt Verdi an, 20 Prozent oder mindestens 650 Euro mehr für die Beschäftigten im Nahverkehr zu erreichen. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.

Unterstützt wird der Warnstreik von der Umweltbewegung Fridays for Future. «Wir alle brauchen einen verlässlichen Nahverkehr, mit dem wir sicher und günstig zur Arbeit, in den Club oder nach Hause kommen», teilte deren Sprecherin Darya Sotoodoh mit.

dpa