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Verdi-Warnstreiks im Handel – Fokus auf Kaufland und Lidl

Schnell noch vor dem Feiertag und Ostern einkaufen? Die Gewerkschaft Verdi hat heute zu Warnstreiks unter anderem bei Lidl und Kaufland aufgerufen. Wohl mit überschaubaren Folgen.

Die Tarifverhandlungen für die rund fünf Millionen Beschäftigten im Einzelhandel kommen seit Monaten kaum voran.
Foto: Hannes P Albert/dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im Einzel- und Großhandel in der Woche vor Ostern zu Warnstreiks aufgerufen. Heute will Verdi nach eigenen Angaben die Supermarktketten Lidl und Kaufland ins Visier nehmen. Bundesweit wurde in mehreren Hundert Betrieben der Schwarz-Gruppe, zu denen die beiden Ketten gehören, zu Ausständen aufgerufen, wie ein Verdi-Sprecher mitteilte. Betroffen seien unter anderem Filialen und Lager. Es könne jedoch auch bei anderen Handelsunternehmen zu Warnstreiks kommen. In früheren Aktionswochen wurden demnach bereits Edeka und Rewe bestreikt.

Der Arbeitskampf hatte bislang vereinzelt leere Regale zur Folge, in der Regel kam es aber nicht zu Ladenschließungen. Der Tarifgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Steven Haarke, erwartet streikbedingt keine spürbaren Auswirkungen für Kundinnen und Kunden. «Die Handelsunternehmen haben in den letzten Monaten bewiesen, dass sie mit Streiks gut klarkommen», sagte er. Die Branche habe sich gut auf das Ostergeschäft vorbereitet und bereits vor Weihnachten bewiesen, dass sie mit Streiks zurechtkommt. 

Eine Sprecherin von Kaufland sagte zu den Warnstreiks: «Die Filialen haben normal geöffnet und werden beliefert. Die Verbraucher können wie gewohnt einkaufen.» Lidl war für ein Statement zunächst nicht erreichbar. Der Donnerstag vor dem langen Osterwochenende ist ein besonders wichtiger Verkaufstag für die Einzelhändler in Deutschland. Im gesamten Ostergeschäft rechnet der HDE mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Das Ergebnis stützt sich auf eine repräsentative Umfrage unter gut 1000 Verbrauchern.

Tarifgespräche im Handel stocken seit Monaten

Die Tarifverhandlungen für die rund fünf Millionen Beschäftigten im Einzelhandel stagnieren seit Monaten. Selbst eine Vielzahl von Warnstreiks hat keine Veränderung in die festgefahrene Situation gebracht. Verdi fordert im Einzelhandel unter anderem in allen Regionen mindestens 2,50 Euro mehr pro Stunde und eine Laufzeit von einem Jahr.

«Wir als Arbeitgeber haben bereits in der ersten Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg vor fast einem Jahr ein Angebot vorgelegt und dieses im weiteren Verlauf der Tarifrunde noch dreimal nachgebessert», sagte HDE-Tarifgeschäftsführer Haarke. Dieses Angebot hätte zu echten Reallohnzuwächsen geführt, zumal die Inflation rückläufig sei. 

Einige Handelsunternehmen, darunter auch die der Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm, haben kürzlich angekündigt, die Löhne ihrer Beschäftigten zu erhöhen. Diese Maßnahme erfolgte nach einer Empfehlung des HDE, die Entgelte vor einem offiziellen Tarifabschluss freiwillig zu erhöhen und später mit dem Tarifabschluss zu verrechnen.

dpa