Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Vermisste Lina im Elsass: Hinweise auf Verbrechen gefunden

Vor einem Jahr verschwindet die 15-jährige Lina im Elsass spurlos. Auch wenn die Jugendliche noch nicht gefunden wurde, deuten alle Spuren in einem gestohlenen deutschen Auto auf ein Verbrechen hin.

Die Fahnder gehen im Vermisstenfall Lina von einem Verbrechen aus.
Foto: Jean-Christophe Verhaegen/AFP/dpa

Ein Jahr nach dem Verschwinden der Jugendlichen Lina im Elsass deutet in dem spektakulären Kriminalfall in der deutsch-französischen Grenzregion alles auf ein Verbrechen hin. Wie Staatsanwalt Alexandre Chevrier in Straßburg mitteilte, gehen die Fahnder nach derzeitigem Ermittlungsstand davon aus, dass ein zufällig vorbeikommender Krimineller Lina zu sich ins Auto holte und später fesselte.

Da der Verdächtige sich im Sommer das Leben nahm, ohne zu Lina befragt werden zu können und alle Suchaktionen bislang erfolglos blieben, ist das Schicksal der Jugendlichen noch nicht endgültig geklärt. Nach einem Jahr ohne Lebenszeichen gibt es jedoch kaum noch Hoffnung, Lina lebend zu finden.

Alle Suchaktionen bleiben erfolglos

Die 15-Jährige verschwand am 23. September des letzten Jahres auf dem Weg zum Bahnhof von Saint-Blaise-la-Roche, um nach Straßburg zu fahren. Die Ermittler stellten fest, dass sie tatsächlich nicht in den Zug gestiegen war. Trotz Suchmaßnahmen, an denen auch Taucher der deutsch-französischen Wasserschutzpolizei beteiligt waren, konnte sie nicht gefunden werden. Ein Zeuge behauptete, das Mädchen als Beifahrerin in einem Kleinwagen gesehen zu haben, weshalb die Halter solcher Autos in der Region von den Ermittlern ins Visier genommen wurden.

Im Sommer desselben Jahres fanden Ermittler ein im August 2023 gestohlenes und in Emmendingen, Baden-Württemberg, zugelassenes Auto, in dem sie nicht nur DNA-Spuren der Jugendlichen, sondern auch ihre Handtasche und die Stricke fanden, mit denen Lina gefesselt worden sein soll. Es wurden jedoch keine Blutspuren im Auto entdeckt, wie der Staatsanwalt erklärte. Durch die Geolokalisation des Fahrzeugs und Videobilder konnten Kriminaltechniker feststellen, dass sich der Wagen zum Zeitpunkt von Linas Verschwinden unmittelbar in der Nähe befand.

Tatverdächtiger konnte nicht mehr befragt werden

Der 43-jährige Tatverdächtige, der längere Zeit mit dem gestohlenen Auto unterwegs war, beging nach der Sicherstellung des Wagens am 10. Juli in seinem Wohnort in Besançon in Ostfrankreich Suizid. Er hätte am 22. Juli vor Gericht wegen mehrerer gewaltsamer Raubtaten erscheinen müssen. In der Vergangenheit soll sich der Mann mehrfach in einer Psychiatrie aufgehalten haben.

Basierend auf den Bewegungsdaten des Autos führten Ermittler in den letzten Monaten mehrere aufwändige Suchaktionen in den Wäldern der Vogesen durch, wo das Fahrzeug einen längeren Zwischenstopp eingelegt hatte. Es wurde vermutet, dass der Verdächtige Lina dort begraben haben könnte. Trotzdem blieb die Suche erfolglos. Die Staatsanwaltschaft betonte jedoch, dass die Ermittlungen weiterhin liefen.

dpa