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Unwetter und Hitze: Chaos in Deutschland

Nach heißem Wochenstart ziehen Unwetter mit Regen und Hagel über Teile Deutschlands. Evakuierungen, vollgelaufene Keller und überflutete Straßen sorgen für Chaos.

Heftige Starkregen treffen auch Ostfriesland.
Foto: Lars Penning/dpa

Nach einem heißen Wochenstart ziehen Unwetter mit Regen und auch Hagel über Teile Deutschlands. Besonders betroffen sind nach ersten Angaben Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Dort meldeten die Einsatzkräfte am Abend in einigen Orten vollgelaufene Keller und überflutete Straßen. Ein mutmaßlich wegen des Unwetters umgestürzter Baum beendete die Fahrt von 80 Passagieren einer S-Bahn bei Hennef (NRW), wie ein Sprecher der Bahn sagte. Die Reisenden seien vor Ort in einen anderen Zug umgestiegen. In Ostfriesland musste ein Pflegeheim evakuiert werden.

36,5 Grad in Rheinland-Pfalz gemessen

Nach den vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war heute der bisher heißeste Tag des Jahres. Ein Meteorologe des DWD sagte, dass die Höchsttemperatur von 36,5 Grad im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler gemessen wurde. Damit wurde der bisherige Rekord von Montag mit 35,7 Grad – ebenfalls noch nach vorläufigen Daten – am selben Ort übertroffen.

Überflutete Strecken auf der Autobahn 

Am Abend kamen dann die Unwetter. «Alle verfügbaren Einsatzkräfte sind im Einsatz», sagte ein Sprecher der Duisburger Feuerwehr. Fast das ganze Stadtgebiet sei betroffen. Ganz klarer Schwerpunkt der Einsätze seien Probleme mit Wasser – Überflutungen in Kellern und Unterführungen. Schwerverletzte gebe es bislang nicht. Allerdings sei ein Mensch so schwer von einem Hagelkorn getroffen worden, dass er eine Platzwunde am Kopf davongetragen habe. Die Polizei berichtete zudem von mehreren überfluteten Stellen auf der Autobahn 59 und Autobahn 42 in der Nähe von Duisburg. Man warne vor Aquaplaning. 

In Bonn berichtete die Polizei von rund 30 Einsätzen. «Vollgelaufene Keller, abgebrochene Äste, Bäume auf der Fahrbahn», zählte ein Sprecher am Abend auf. In Haltern am See fuhr die Feuerwehr ebenfalls mehrere Einsätze. Auch dort ging es für die Einsatzkräfte vor allem um vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume. Menschenleben sei nach vorläufigen Erkenntnissen nicht in Gefahr. «Auch gibt es keine Flüsse, die über das Ufer treten.»

Wassermassen spülen Autos weg

In Karlsruhe und Umgebung (Baden-Württemberg) wurden ebenfalls Straßen überflutet – Keller liefen voll. Mancherorts stehe das Wasser einen halben Meter hoch auf der Straße oder in Unterführungen, sagte ein Polizeisprecher. Verletzte gebe es nicht. Besonders betroffen sei der Bereich um Bretten und Bruchsal. In Gondelsheim, etwa 15 Kilometer westlich von Karlsruhe, würden Autos von den Wassermassen weggespült, sagte ein Feuerwehrsprecher. Es herrsche «absolutes Chaos». 

In Linkenheim-Hochstetten hat ein Blitz in das Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses eingeschlagen, was anschließend zu einem Brand führte, wie der Polizeisprecher mitteilte. Die Feuerwehr konnte das Feuer löschen. Einige Bewohner sind vorübergehend in einer Kirche untergebracht, da das Haus momentan ohne Gas und Strom ist.

Pflegeheim muss evakuiert werden

Heftige Starkregenfälle haben auch in Ostfriesland (Niedersachsen) zu Hunderten Feuerwehreinsätzen geführt. Betroffen gewesen sei vor allem die Stadt Aurich, sagte ein Sprecher der Einsatzzentrale in Wittmund. Ein Pflegeheim habe evakuiert werden müssen. Wie viele Menschen betroffen waren, stand zunächst nicht fest. Auch ein Krankenhaus sei von dem Unwetter stark getroffen gewesen. Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk versuchten, den Keller auszupumpen, um eine Evakuierung zu verhindern. «Man holt gerade Sandsäcke heran», sagte der Sprecher.

dpa