Unterirdische seismische Aktivitäten und Deformationen deuten auf mögliche neue Vulkanspalten hin.
Island: Vulkanausbruch verliert an Kraft
Der erneute Vulkanausbruch auf Island hat nach kurzer Zeit sichtbar an Stärke verloren. An der Eruptionsspalte auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich der Hauptstadt Reykjavik ist mittlerweile keine vulkanische Aktivität mehr sichtbar. Lediglich vereinzelt sei an dem Erdriss und im entstandenen Lavafeld ein Glühen festzustellen, teilte die isländische Wetterbehörde mit.
Nach Angaben der Behörde werden jedoch weiterhin seismische Aktivitäten und Deformationen durch Magmabewegungen unter der Erde verzeichnet. Solange diese Aktivitäten anhalten, besteht die Möglichkeit, dass sich neue Vulkanspalten öffnen könnten. Messungen der Wetterbehörde zeigten, dass der Erdbebenschwarm mit Tausenden Erschütterungen in der Region auch am Mittwochmorgen weiterhin anhielt.
Sprudelnde Lava aus langer Eruptionsspalte
Der Ausbruch des Vulkans begann am Dienstagmorgen. Es handelt sich um den elften Ausbruch auf der Halbinsel seit März 2021 und den achten allein seit Dezember 2023. Die Eruptionsspalte, aus der glühend heiße Lava an die Oberfläche sprudelte, war vorübergehend etwa 1.200 Meter lang.
In der Regel sind die Ausbrüche in der dünn besiedelten Region keine Bedrohung für Menschen. Allerdings wurden bei einem der früheren Ausbrüche auch drei Häuser am Rande des immer wieder evakuierten Fischerortes Grindavík von der Lava getroffen, ebenso wie der Parkplatz des Geothermalbads Blaue Lagune bei dem Ausbruch im November, das besonders bei Island-Touristen beliebt ist.
Diesmal wurden die Lavamassen durch einen errichteten Schutzwall nördlich von Grindavík geleitet, es wurde auch der Bruch einer Warmwasserleitung gemeldet. Nach derzeitigem Stand besteht jedoch keine akute Gefahr für den erneut geräumten Ort.