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IG Metall startet zweiten Warnstreik bei Volkswagen

Gewerkschaft setzt Druck in Tarifstreit um Lohnkürzungen und Werksschließungen, plant Kundgebung und Verhandlungsrunde.

Arne Meiswinkel, Personalvorstand der Marke Volkswagen, ist für den Konzern Verhandlungsführer in der Tarifrunde. (Archivfoto)
Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Beim Autobauer Volkswagen hat der zweite Warnstreik in der laufenden Tarifrunde begonnen. Im Stammwerk in Wolfsburg legten um 10.30 Uhr die ersten Mitarbeiter die Arbeit nieder, wie ein IG-Metall-Sprecher mitteilte. Die Produktion soll für vier Stunden ruhen. Betroffen sind neben Wolfsburg auch wieder Zwickau, Hannover, Emden, Kassel-Baunatal, Braunschweig, Salzgitter und Chemnitz sowie die sogenannte Gläserne Manufaktur in Dresden.

Die Gewerkschaft plant mit dem erneuten flächendeckenden Warnstreik an neun Standorten Druck im festgefahrenen Tarifstreit um Lohnkürzungen, Entlassungen und Werksschließungen auszuüben. Am Nachmittag findet in Wolfsburg die vierte Verhandlungsrunde zwischen Unternehmensvertretern und Arbeitnehmern statt. Vorher ist eine Protestkundgebung mit der IG-Metall-Vorsitzenden Christiane Benner geplant. Die IG Metall erwartet Zehntausende Teilnehmer.

Die Gewerkschaft protestiert mit Streiks gegen die milliardenschweren Einschnitte bei Europas größtem Autobauer. VW verlangt von den Arbeitnehmern eine Lohnkürzung von zehn Prozent. Auch die Schließung von Werken und betriebsbedingte Kündigungen sind im Gespräch.

IG Metall droht mit weiterer Eskalation

Die IG Metall will dies verhindern. Sie fordert die Beibehaltung aller Standorte und eine Beschäftigungsgarantie für die rund 130.000 Mitarbeiter. Lohnkürzungen werden von der Gewerkschaft abgelehnt. Sollte es heute keine Annäherung bei der Tarifrunde geben, droht sie mit einer Ausweitung des Arbeitskampfs.

Die Früh- und die Normalschicht sind zunächst vom heutigen Warnstreik betroffen. In jeder Schicht soll der Streik wiederholt werden, wobei die Arbeitnehmer jeweils vier Stunden früher enden. Die Aktion soll bis zum Abschluss der Nachtschicht am Dienstagmorgen dauern.

Am vergangenen Montag haben laut IG Metall fast 100.000 Mitarbeiter für zwei Stunden gestreikt und die Produktion zeitweise unterbrochen. Es handelte sich um den ersten großen Warnstreik bei Volkswagen seit 2018.

dpa